Angeregt durch einen Artikel in der Zeitschrift "PC-Intern 3/03" habe ich mir einen eigenen Beamer gebaut. Das gute Stück nannte sich in der Zeitschrift "Volksbeamer", weil es mit einfachen Mitteln für wenig Geld von jedem selbst zusammengebaut werden kann. Im Artikel in der Zeitschrift wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt:
umgebauter Diaprojektor
Irgendwo im Internet hatte ich auch davon gelesen, einfach einen gewöhnlichen Fernseher mit einer Linse zu versehen und damit das Bild an die Wand zu werfen...
Ich entschied mich für die Diaprojektor-Variante, da diese in meinen Augen am preiswertesten war und auch nicht so viel Platz beanspruchen würde.
Material
Die Kosten für meinen Beamer setzten sich wie folgt zusammen:
| Bauteil |
Bezeichnung |
Preis |
Quelle |
| Diaprojektor |
Ennamat 150W |
15 EUR |
eBay |
| Display |
Lilliput 1,8" |
80 EUR |
eBay |
| Displayhalterung |
Diarahmen oder Stück Plastik |
0 EUR |
Schrott-Kiste |
| Belüftung |
diverse PC-Lüfter |
0 EUR |
Schrott-Kiste |
| Befestigung |
diverse Kleinteile |
5 EUR |
Schrott-Kiste/Baumarkt |
| |
Gesamt |
100 EUR |
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Auf- / Umbau
Achtung!
Ein Tip für alle Bastelwilligen zu den bei eBay immer wieder angebotenen Bauanleitungen: Ich kann den Kauf einer solchen Bauanleitung nicht empfehlen! Diese Anleitungen setzen sich oft nur aus Informationen zusammen, die auch in den einschlägigen Foren besser und preiswerter zu bekommen sind (Links - siehe unten).
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Wer natürlich zu faul ist, sich durch die Foren zu wühlen, der soll das Geld halt ausgeben, meine Infos zum Bau gibt es kostenlos...
Die folgenden Informationen zeigen nur, wie ich vorgegangen bin. Sollte jemand den gleichen Weg beschreiten wollen, so tut er das auf eigene Gefahr! Für Schäden, die durch das Nachahmen dieser Informationen entstehen, bin ich nicht hatbar zu machen!
Es geht los...
Nachdem ich Projektor und Display zu Hause hatte, habe ich erstmal angefangen, den Projektor zu zerlegen. Im Verkaufstext bei eBay stand geschrieben, dass der Dia-Transport-Mechanismus defekt sei. War mir aber egal, der musste eh raus. Ausser dem Transportmechanismus habe ich noch die elektrische Scharfstellung und den eingebauten Lüfter entfernt. Die Scharfstellung wollte ich später evtl. wieder einbauen, aber der Lüfter war mir einfach zu laut und sollte durch einen leisen PC-Lüfter ersetzt werden. Die Halterung für die Dias lies ich drin, die sollte ja später mal das Display aufnehmen.
Nachdem ich im Diaprojektor genug Platz geschaffen hatte, ging es dem Display an den Kragen. Das Zerlegen des Displays und das Entfernen der Hintergrundbeleuchtung war sehr einfach. Man sollte nur aufpassen, dass man das Kabel zwischen Steuerungs-Platine und Display nicht abreisst, sonst ist das Teil irreparabel kaputt.
Jetzt wurde der Diarahmen für das Display vorbereitet. Der sichtbare Bildausschnitt wurde mit einem Teppichmesser dem Display angepasst (1,8" sind ja etwas größer als Kleinbild-Dias). Alternativ zum Diarahmen geht jedes stabiliere Stück Plastik, das auf die Dia-Größe gebracht und mit einem entsprechenden Ausschnitt versehen wird. Auf den Diarahmen wurde mit Teppichklebeband das Display geklebt (den Glaskörper des Displays lies ich in dem Metallrahmen und klebte nur diesen auf das Dia).
Jetzt wurde das Display in den Projektor eingebaut. Dabei ist auf die korrekte Einbaurichtung zu achten, nicht dass nachher alles seitenverkehrt ist, oder auf dem Kopf steht. Beim Lilliput-Display muss, wenn man vom Objektiv aus auf das Display schaut, das Kabel zur Steuerplatine oben rechts sein... Die Steuerplatine wird nun irgendwie im Projektor befestigt. Wie das erfolgen kann, ist vom Projektor abhängig, sollte aber auf jeden Fall wegen der zu erwartenden Hitzeentwicklung nicht in unmittelbarer Nähe zur Lampe erfolgen. Bei mir war das nicht so einfach, weil im Projektor sehr wenig Platz war.
Da ich den Lüfter aus dem Projektor ausgebaut hatte, begann ich als nächstes, neue Lüfter in das Gerät einzubauen. Insgesamt verbaute ich drei Netzteil- und zwei CPU-Lüfter. Alle Lüfter sind ungeregelt, also ist das auch entsprechend laut (aber immer noch leiser, als der Original-Lüfter war). Ein Netzteil-Lüfter bläßt frische Luft von Aussen auf das Display, zwei Netzteil-Lüfter ziehen warme Lüft aus dem Gehäuse von Lampe, Linsensystem und Display ab, zwei CPU-Lüfter blasen kalte Luft von Aussen auf die Steuerplatine.
Lüfter und Display-Steuerplatine werden über das Lilliput-Netzteil mit Strom versorgt. Das Schalt-Netzteil bringt einen Strom von 1A, was mehr ist, als die Gesamtstromaufnahme aller daran betriebenen Abnehmer.
Insgesamt betrug die Bauzeit etwa 4 Stunden.
Nach dem Zusammenbau habe ich bemerkt, dass es noch notwendig ist, Kontrast, Helligkeit und Farbe nachzuregeln. Dazu muss ich momentan das Gehäuse immer öffnen...
Für die Zukunft sind noch folgende Änderungen geplant: größeres Netzteil (mehr Reserven für Erweiterungen), Temperaturregelung für die Lüfter, Umbau des Lampen-Trafos und der Display-Steuerplatine (ist mir jetzt zu dicht an der Lampe), Potis für die Einstellungen nach aussen legen oder evtl. durch elektronische Potis ersetzen und diese dann mit einer Fernbedienung ansteuern... Man kann also noch genug basteln.
Pro und Kontra
Pro: