Jornada 6xx/7xx - Hardware - Akkureparatur


Leider ist es ab und zu mal so, daß der bei eBay gekaufte Jornada mit einem altersschwachen Akku ausgeliefert wird. So auch bei einigen Leuten aus meinem Forum. Es gibt zwar neue Nachbauten aus Fernost, die auch frische Zellen haben, aber diese Nachbauten sind (noch?) sehr teuer. Also lag die Idee nahe, einen alten Akku selbst zu reparieren und dabei gleich ein wenig aufzumotzen, sprich mit leistungsstärkeren Zellen zu versehen.

Da ich selbst keine Zeit hatte, eine entsprechende Anleitung zu schreiben, hat sich freundlicherweise Dirk Kamp bereiterklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Die komplette Anleitung samt Bildern stammt von ihm.

HP Jornada Akkus neu aufbereitet und mit mehr Kapazität versehen für 15 Euro!

Selbst der beste Akku schaut irgendwann einmal seinem Ende entgegen. Da die HP Jornada Modelle nun schon seit etlichen Jahren nicht mehr hergestellt werden, werden wohl auch viele der alten Original Akkus als defekt - weil sie kaum noch Kapazität haben oder gar nicht mehr funktionieren - in den Schubladen vergammeln. Doch mit ein wenig handwerklichem Geschick kann man den Akkus zu einem zweiten Frühling verhelfen, denn in den Akkupacks werden Standardzellen der Baureihe 18650 (18 mm * 65 mm) verwendet, die es im freien Handel normal zu kaufen gibt. Und eine höhere Kapazität kann man dem Akku dann auch direkt verpassen.

Folgendes Werkzeug sollten vorhanden sein:

  • 2 * Akkuzellen Typ 18650 (Bezugsquellen siehe unten)
  • Elektroniker-Lötkolben (keinen um Dachrinnen zu reparieren)
  • Spannungsmessgerät (wenn vorhanden)
  • bleifreies Lötzinn (bleihaltiges geht aber auch ;))
  • Spitzzange
  • Kombizange oder, wenn vorhanden, Sprengringzange
  • Skalpell oder kleines Teppichmesser
  • Uhrenmacherschraubendreher oder andere kleine Schraubendreher
  • Eisstiel
  • Isolierband
  • ein paar Tropfen Acryl- oder Silicondichtmasse
  • Sekundenkleber
  • einen Hund (zur Not beim Nachbarn ausleihen)
  • eine ruhige Hand, nötigenfalls vorher einen Schnaps trinken!

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Sicherheitshinweis

Die Chemikalien die in diesem Typ von Akku (Lithium Ionen) verwendet werden, sind hochgradig giftig. Deshalb niemals mit einem Dremel und einer Trennscheibe an die Akkupacks gehen! Weiterhin befindet sich in den Akkupacks eine kleine Platine mit einer Schutzschaltung. Deshalb auch niemals wild mit metallenem Werkzeug in den Spalten rumstochern. Es kann zu Kurzschlüssen kommen, da die Akkus immer noch Saft haben und niemals komplett leer sind.

Rechtliches

Den Umbau und die Zerlegung seines Akkus macht jeder auf eigene Gefahr und Verantwortung. Ich übernehme keine Haftung für irgendwelche – bei dem Umbau und auch nachträglich entstehenden – Defekte oder Verletzungen an Geräten, Mensch und Maschinen. Fehler und Irrtümer in dieser Beschreibung sind nicht gewollt und nach besten Wissen und Gewissen eliminiert worden, aber trotzdem möglich. Gegenüber dem Autor sind somit keinerlei rechtliche Ansprüche möglich!

Und nun legen wir mal los

1. Akku Öffnen

Der Akku sieht zwar so aus als wäre er aus einem Guss, aber beim genaueren Hinsehen erkennt man eine klitzekleine Fuge und genau dort müssen wir mit dem Skalpell vorsichtig rein. Also legen wir uns den Akku so hin, das die Gummifüßchen nach oben zeigen. Der Grund dafür ist die Art und Weise wie die beiden Gehäusehälften miteinander verklebt sind. Denn die untere Hälfte (Grün, siehe Zeichnung) greift in eine Fuge der oberen Hälfte (Blau), also das gute alte Nut und Feder Prinzip. Würden wir andersherum mit dem Messer schneiden, würden wir die Feder abtrennen, doch die brauchen wir noch um das Ganze nachher wieder sauber zu verkleben.

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Wir fangen also mit der Rückseite des Akkus an und ritzen mit einem leichten Winkel nach oben vorsichtig ein paar Male in die Fuge. Dabei immer drauf achten, dass man nicht direkt ganz durch den Kunststoff durch ist. Das gleiche macht man auch an den Seiten und geht dann weiter nach vorne.

Doch Achtung:
Bei der Ausbuchtung mit den Kontakten nicht mit dem Messer in die Fuge so reinschneiden. Dort gibt es nur eine dünne Kunststoffschicht - die beiden Teile liegen fast nur einfach aufeinander und direkt dahinter befindet sich die Schutzplatine die immer noch unter Strom steht. Sollte man dort einen Kurzschluss verursachen, kann man den Akku vielleicht direkt in die Mülltonne hauen. Die Platine ist SMD bestückt, was nicht jeder mit normalen Hausmitteln reparieren kann. Vom besorgen entsprechender Ersatzteile reden wir besser erst gar nicht. Erst zum Schluss sollte man vorsichtig mit dem Messer ein wenig die Fuge am Kontaktstecker einschneiden.

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Nun schneiden wir ein paar male vorsichtig durch die Fuge, um den Akku herum, bis sich eine Hälfte der Nut langsam abhebt und dann erst ritzen wir auch leicht die Fuge am Kontaktstecker an.

Um zu vermeiden das wir die dünnen Plastikhälften weiter zerstören, machen wir uns nun die Hebelwirkung zu nutze. Einfach mit einem Schraubendreher in die längeren Seiten gehen, könnte dazu führen das der Kunststoff bricht, was ja nicht in unserem Sinne wäre. Zusätzlich war HP auch so nett, die Akkus an 6-8 Stellen in die Schale einzukleben, so das ein einfaches aufhebeln längsseits doch ziemlich risikoreich wäre.

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Schaut man sich allerdings die schmalen Seiten an, sieht man auf beiden Seiten eine Einbuchtung. Und die machen wir uns zu nutze.

Ich habe dafür eine sogenannte Sprengringzange verwendet. Diese hat den Vorteil das sie beim zusammendrücken vorne aufgeht. Also genau andersherum funktioniert wie eine normale Zange. Da der Kopf auch noch gebogen ist und dann plan wird, hat man auch eine größere Auflagefläche. Mit einer Kombizange geht’s aber auch. Nur das man diese dann halt langsam aufziehen muss, anstatt zu, wie bei der Sprengringzange.

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Man legt den Akku am besten mit einem Ende irgendwo gegen, so das man ein wenig Druck ausüben kann und setzt die Zange dann zwischen den beiden hervorstehenden Nasen an. Dann vorsichtig drücken oder auseinander ziehen - je nach Zange - und nach einer Sekunde merkt man dann wie die beiden Hälften sich - zäh wie Kaugummi - trennen.

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Das ganze wiederholt man nun mit der anderen Seite. Dabei lieber ein paar male neu ansetzen und immer nur ein wenig öffnen als auf einmal zuviel und es knackt. Denn leider sind die Hälften auch mit den Akkus direkt verklebt.

Wenn man aber alles richtig gemacht hat, sollte man nun zwei Hälften vor sich liegen haben und man kann die 18650er Zellen erkennen.

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2. Herausnehmen des Akkus

Dinge die so einfach klingen, sind meistens schwer. Und HP will es uns wirklich nicht leicht machen und hat die Zellen sehr gut eingeklebt. Bei den Punkten (2) etwa sind die Zellen mit der untereren Hälfte verklebt, genauso wie sie es mit der oberen Hälfte waren. Die Pfeile oben und unten zeigen, wo die Zellen mit dem Unterteil an den Seiten verklebt sind. Und die Pfeile an (1) den Kontakten deuten auf die Verklebungen der Platine mit dem Unterteil hin. Also einfach raus reißen funktioniert leider nicht.

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Als erstes schneiden wir vorsichtig die sichtbaren Klebestellen an den längeren Seiten ein. Und die Betonung liegt auch auf Vorsichtig. Denn in den Randbereich der hinteren Seite laufen die Leitungen durch und wie wir ja schon gelernt haben, ist auf den Akkus immer noch genug Saft für einen Kurzschluss. Die zwei sichtbaren Klebestellen auf der Seite mit der Anschlussleiste durchtrennen wir auch. Hier gibt’s keine Leitung die man kappen könnte. Vorsicht ist aber immer geboten.

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Nun hebeln wir mit einem nicht scharfen Gegenstand - wie einen Schraubendreher, am besten aus Kunststoff, den aber leider nicht jeder hat oder etwas anderes was nicht leitend ist und sich dafür eignet - die Akkus auf der gegenüberliegenden Seite der Platine vorsichtig nach oben, so das hoffentlich die unteren Klebestellen reißen, die Leitungen aber heile bleiben. Alternativ kann man zum anheben auch einen angeschliffenen Eistiel nehmen. Kein Metall, kein Kurzschluss.

Aber die Zellen noch nicht raus nehmen, da die im Akku verwendete Verkabelung "starr" ist, somit schnell knicken und brechen kann. Außerdem klebt die Platine ja noch fest!

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Da die Platine an der Unterseite mit zwei Klebestellen fixiert ist, an die man so leider nicht direkt dran kommt, muss man die Platine an der stärksten Stelle heraus hebeln. Ausnahmsweise hat HP hier mal was stabiles genommen, nämlich die Kontaktleiste.

Hier ist nun absolute Vorsicht geboten!

Mit einem dünnen Schraubendreher gehen wir nun unter die Anschlussleiste - aber bloß nicht zu tief da dort Strom führende Leitungen auf der Platine sind und nach ein paar Millimetern die Kontakte der Anschlussleiste unten herum offen liegen. Nur 1 mm einführen, so das man mit dem Schraubendreher die Anschlussleiste soweit anheben kann um den angeschliffenen Eisstiel dazwischen zu stecken und mit diesem dann per Hebel die Platine nach oben raushebeln kann. Schraubendreher natürlich dann raus wenn der Eisstiel drin steckt.

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Sollte man alles richtig gemacht haben, es hat also nicht gefunkt oder geblitzt und Rausch war auch nicht zu sehen -was, wenn man den Eisstiel verwendet hat, eigentlich nicht passieren sollte - dann kann man nun die Akku Zellen mitsamt der Platine aus dem Kunststoffgehäuse nehmen und sich die zwei fiesen Klebestellen unterhalb der Platine anschauen.

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3. Die alten Zellen ersetzten

Die vorhandene Verkabelung benutzen wir natürlich weiter. Die zu ersetzten ist unnötig und kostet nur Zeit. Um die Lötfahnen von den alten Akkus zum wiederverwenden zu entfernen gibt’s einen einfach kleinen Trick.

Man spannt die Akkuzelle in einen kleinen Schraubstock, wenn vorhanden, packt sich die Lötfahne mit der Spitzzange und hebelt langsam die Leitung entgegengesetzt der Abrissrichtung (siehe Pfeil) vom Akku ab. Langsam und Stück für Stück. So wird das Ende der Lötfahne nicht zu sehr geknickt und es bricht nicht einfach ab, sondern man hebelt es vom Akku herunter.

Nach dem runter hebeln, macht man mit der Spitzzange einfach das runde Ende wieder platt und so kann man es nachher umso besser auf die neuen Akkus wieder drauf löten.

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Das ganze macht man mit allen 4 Leitungen. Bei der kürzesten Leitung, die direkt an die Platine geht, sollte man ein wenig vorsichtig sein.

Wenn man alles richtig gemacht hat, sollte man nun die Platine mit den Zuleitungen und die alten Akkus vor sich liegen haben.

Achtung!

Die alten Akkus gehören nicht in den Hausmüll, sondern sie sind Sondermüll. Bei vielen Discountern findet man extra Behälter wo man alte Batterien und Akkus reinwerfen kann, die dann fachgerecht recycled werden!

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Die Polarität der Akkus muss wie auf dem Bild erfolgen. Wobei die Platine in ihrer eigentlichen Lage im Akkuspack dargestellt ist.

Um die neuen Akkus nun an die Lötfahnen anzulöten, sollte man die Kontaktflächen an den Akkus vorsichtig mit ein wenig feinem Schmirgelpapier aufrauhen. So hält das Lötzinn nachher besser und die Gefahr das die Lötfahnen wieder abreißen verringert sich.

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Man sollte versuchen die Enden der Lötfahnen so exakt wie möglich wieder in die Mitte der Anschlussseiten der Akkus zu löten. In dem Akkugehäuse ist kein großer Platz vorhanden und wenn die Lötfahnen etwas vom Akku abstehen, könnte es im Gehäuse eng werden. Mit etwas Isolierband fixiere ich noch die schwabelnden Zuleitungen an den Akkus. Das hat zwar keinen technischen Nutzen, aber dafür einen Praktischen. Man bekommt den Akku nachher einfacher in das Gehäuse gedrückt.

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Solltet ihr alles richtig gemacht haben, dann sollte euer Akku nun ungefähr so aussehen.

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4. Ein erster Test

Um zu schauen ob wir beim Löten alles richtig gemacht haben, können wir uns unser Spannungsmessgerät schnappen und fixieren den Akku irgendwie in einem Schraubstock, da wir beide Hände brauchen. Oder man legt den Akku kurz mal in die obere Gehäusehälfte um an die unteren offenen Kontakte der Kontaktleiste zu kommen.

Auch leere Akkus liefern noch eine Spannung. Zwischen linkem und mittlerem Kontakt sollte das Messgerät einen Wert zwischen +/- 7.2 (bei ganz leeren Akkus können es auch nur 5 V sein) bis max 8.4 Volt anzeigen. Das gleiche zwischen rechten und mittlerem Kontakt. Zwischen rechtem und linken Kontakt herrscht Potentialausgleich, somit zeigt das Messgerät normal 0V an. Sollte man eine der zu erwartenden Spannungen nicht bekommen, dann stimmt was nicht. Also alles nochmals kontrollieren!

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5. Das Herz zurück in den Körper

Bevor wir die Akkuzellen wieder in das Gehäuse verfrachten können, müssen wir noch die vorhandenen Kleberrückstände entfernen. Da es sich dabei anscheinend um Silicon und Acryl handelt, kann man die Reste einfach mit den Fingernagel oder etwas anderem spitzem rauskratzen. Es ist wichtig, dort wo die Akkuzellen direkt anliegen, also vorallem oben und unten die schwarzen Kleberrückstände vollständig zu entfernen! Der Grund dafür wird noch gleich genannt. Dann legen wir Probeweise mal den Akku in die untere Kunststoffhälfte rein und packen den Deckel drauf um zu sehen ob der Akku einigermaßen passt. Sollte der Deckel drauf passen , können wir fortfahren.

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Da die Akkus, aber vorallem die kleine Platine, von nichts anderem gehalten werden als von den kleinen Klebestellen, positionieren wir wieder an den alten Stellen entsprechende Kleckse aus Acryl- oder Silicondichtmasse. Vor allem an den Original Punkten wo die Platine sitzt. Denn diese wird nur durch die Klebestellen und der Akkuzelle in Position gehalten.

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Ist die Dichtmasse an ihrem Platz, drücken wir vorsichtig die Akkuzellen wieder in ihrer ursprünglichen Position. Dabei ist vorallem darauf zu achten, das der Kontaktstecker der Platine, bündig bis ganz unten in seiner Mulde sitzt und nicht noch ein 1 oder 2 mm Schlitz zu sehen ist. Ist nämlich die Dichtmasse hart, bekommt man bei einem vorhandenen Spalt das Oberteil nicht mehr drauf. Also vorsichtig mit ein klein wenig Druck die ganze Sache in das Gehäuseunterteil drücken. Nun gehen wir erstmal eine runde mit dem Hund (siehe Materialliste) gassi und lassen die Dichtmasse in Ruhe aushärten.

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Nach dem Aushärten (was etwa 2-3 Stunden dauert je nach dicke der Kleckse) machen wir in der oberen Hälfte nun auch zwei kleine Würstchen Dichtmasse rein.

Und nun könnte eine böse Überraschung auf uns warten. Die Deckelschalen passen nicht mehr exakt ohne Spalt zusammen!

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Also entweder wurden die alten Klebereste nicht sauber entfernt, die neuen Akkuzellen wurden nicht mit ein wenig Nachdruck in die Kunststoffschale gedrückt, es wurde zuviel Dichtmasse aufgedrückt oder ...den vermeintlichen Grund findet man in den Akkuzellen, besser gesagt „an“ den Zellen selbst.

Akkuzellen die als Massen an die Industrie gehen und von denen bekannt ist, das diese gekapselt werden, haben nämlich nur eine einfach Isolierung der Zellen. Während Zellen die frei im Handel erhältlich sind meistens eine doppelte Isolierung haben. Normal sind diese Zellen 18 mm dick. Mit doppelter Isolierung aber dann leider etwa 18,3 mm und mehr und das wird dann in dem Gehäuse ein wenig eng. Deshalb sollten die alten Klebereste komplett entfernt werden, damit nicht noch mehr dazwischen klemmt. Auch unsere Streifen aus Isolierband die die Leitungen fixieren werden wir dann wieder entfernen müssen. Aber wir können ruhig bleiben. Mit ein wenig Nachhilfe passt es vielleicht schon, auch mit Isolierband.

Mit normalen Kleber wie Uhu oder Patex kommen wir hier nicht weit. Hier hilft nur Sekundenkleber. Wir benetzen als erstes nur die hintere Kante (nicht die Kante mit der Kontaktleiste!) mit Sekundenkleber, legen die Hälften übereinander und drücken beide kräftig zusammen und zwar sofort. Da es sich ja um Sekundenkleber handelt, dauert es nur 20 Sekunden und die Hälften sind fixiert.

Nun benetzen wir die Kante der Vorderseite mit Sekundenkleber und drücken alles fest zusammen. Vor allem da wo die Kontaktleiste ist. Aber keinen Kleber auf die Kontaktleiste selbst. Diese soll ja nicht fixiert werden.

Auch hier ist nach 20 Sekunden alles fest, wenn man nicht zuviel Kleber drauf geschmiert hat. Nun zieht man an den beiden Seiten noch vorsichtig eine kleine Spur Kleber in die Nut und lässt alles ein paar Minuten komplett austrocknen.

Das Ganze sollte nun in der einen oder anderen Form wieder aussehen wie ein Akkupack. Hat es gar keine Ähnlichkeit damit, dann wurde irgendwas falsch gemacht.

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6. Die Stunde der Wahrheit

Nun wird es Zeit den Akku zu testen. Also rein damit ins Ladegerät, was meistens gleichbedeutend damit ist, den Akku in den Jornada zu stecken und ein Stoßgebet gen Himmel zu schicken.

Und wenn man alles richtig gemacht hat, dann sollte man ein kleines oranges Lämpchen am Jornada leuchten sehen.

Achtung!

Beim ersten kompletten Aufladen des neuen Akkus auf alle Fälle dabei bleiben und immer wieder mal mit der Hand die Akku-Temperatur kontrollieren!

Der Grund ist Folgender: Die kleine Platine besitzt eine Überladeschutzfunktion. Sollte die Platine einen Defekt abbekommen haben, schaltet das Ladegerät nicht korrekt ab. Die Akkus werden überladen, was dann Explosions und Brandgefahr bedeutet! Das ganze kündigt sich vorher aber mit einer erhöhten Temperatur der Akkus an. Deshalb zwischendurch mal die Hand auf die Akkus legen. Handwarm ist in Ordnung. Zuckt die Hand weil es zu heiß ist, Netzstecker ziehen und Akkus raus aus dem Jornada. Da ist dann irgendwas schief gelaufen und wir müssen uns auf Fehlersuche begeben (Platine defekt, schlechte Akkus).

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Läuft alles glatt, dann sind diese nach etwa 2,5 bis 3 Stunden voll (bei 2150mA Akkus). Ein Test der Laufzeit brachte erfreuliches zutage. Belastet wurde der Jornada mit dem Abspielen von MP3s, außerdem war eine Netzwerkkarte im PCMCIA Slot gesteckt (weiterer Verbraucher). Das Display würde so eingestellt, dass es nicht in den Standbymodus ging und sich abschaltete. Der Jornada hatte eine CPU last von 33-41% und erreichte mit dem neuen Akku eine Laufzeit von 11Std 56Min. Somit hat sich der Aufwand eindeutig gelohnt und das für 1 Stunde Arbeit und 15 Euro an Kosten!

Und noch was: Beim Akkukauf gilt definitiv nicht der Slogan "Geiz ist Geil!", sondern eher "Geiz ist nicht Geil!". Der Grund dafür ist einfach der, das beim hantieren mit Lithium Ionen Akkus immer eine Gefahr vorhanden ist. Schlechte Akkus können explodieren und abbrennen. Wer News liest weiß, das selbst Akkus Namenhafter Hersteller schon zurück geordert wurden weil entsprechende Laptop abgebrannt sind oder zumindest eine Feuergefahr bestand. Deshalb sollte man nicht unbedingt auf ein oder zwei Euro achten, sondern eher auf bekannte Hersteller und Händler und nicht jedes günstig erscheinende Händlerangebot bei einem gewissen Internet Auktionshaus in Anspruch nehmen. Immerhin soll der Jornada ja noch ein paar Jahre halten bevor er in Asche aufgeht.

Hier nochmals der Hinweis das der Umbau auf eigene Gefahr gemacht wird und ich für keinerlei dabei entstehende Schäden an Personen oder Geräte aufkomme!

Akku Bezugsquelle

© 2008 Dirk Kamp