Wer sich lange genug mit der Synchronisation des Jornada 680 über die serielle Schnittstelle abgemüht hat, der stellt sich vielleicht irgendwann mal die Frage, ob es nicht eine schnellere Möglichkeit gibt, die Daten hin und her zu schaufeln. Die Antwort lautet: Netzwerk.
Sicherlich kann man ein Netzwerk auch anders verwenden, z.B. Surfen über einen Gateway im Netzwerk, für mich war aber die schnellere Synchronisation der Auslöser für den Kauf einer Netzwerkkarte. Die Wahl der Karte war eigentlich relativ einfach. Es sollte eine möglichst preiswerte Karte sein, sie sollte einen TP- und einen BNC-Anschluss haben und vor allem sollte sie unter WindowsCE funktionieren. Möglichst auch noch ohne zusätzliche Treiber.
Mein erste Anlaufpunkt bei meiner Suche nach einer passenden Karte war die Seite von Chris de Herrera. Er hat dort Listen mit WindowsCE-kompatiblen Netzwerk-Karten:
Ethernet:
CF-CARD
Es gehen aber auch andere, als die dort empfohlenen Karten, man sollte nur ein paar wichtige Dinge bei der Auswahl beachten. So sollten z.B. passende WindowsCE-Treiber vom Hersteller angeboten werden, oder zumindest kompatible Treiber zu der Karte existieren. Auch sollte der Stromverbrauch nicht zu hoch sein, sonst ist der Akku sehr schnell leer.
Achtung!
Beim Kauf von PC-Card-Erweiterungskarten (egal ob Netzwerk oder etwas Anderes) für den Jornada 680/690 sollte man aufpassen, dass man keine Cardbus-Karte (32-bit) kauft, denn die funktionieren im Jornada grundsätzlich nicht!!!
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Ich habe mir eine Micronet SP125A zugelegt, die es damals für 99,-DM bei Conrad zu kaufen gab. Da wir in Dresden eine Filiale der Firma haben, bin ich dort hingefahren und durfte vor dem Kauf die Karte mal in meinen Jornada stecken, um zu sehen, ob sie wirklich erkannt wird. Eine Karte von "Socket" wäre natürlich besser gewesen, zumal diese auch viel stromsparender sind, aber ich habe mir gesagt, wo ein Netzwerkkabel liegt, da ist die Steckdose nicht weit. Die Karte gibt es immer noch und sie kostet jetzt 44,95€.
Da man auch ab und zu mal drahtlos surfen möchte, habe ich mir etwas später eine Enterasys Roamabout Silver FCC zugelegt und da das nur eine 11-kanälige Karte mit nur 64bit WEP-Verschlüsselung war, ist inzwischen noch eine Artem ETSI Gold (13 Kanäle, 128bit WEP) dazu gekommen. Beide Karten unterstützen zwar nur 802.11b, aber das reicht mir im Moment aus. Passende Treiber für WindowsCE 2.11 gibt es dafür auch. Eine Bezugsquelle für diese WLAN-Karten ist z.B. Meconet.
Einrichtung
Wenn die Netzwerkkarte das erste mal in den Jornada 680 eingesteckt wird und die Karte dem System nicht bekannt ist, dann erscheint die Aufforderung, den Namen des Treibers einzugeben. Wenn die Karte NE2000-kompatibel ist, dann genügt es "NE2000" dort reinzuschreiben. Ansonsten sollte man vorher den korrekten Treiber installieren...
Als nächstes erscheint beim erstmaligen Einstecken die Abfrage der Netzwerkparameter (IP-Adressen, Gateways, DNS- und WINS-Server). Wenn man nicht mit DHCP arbeitet, dann sollte man hier die korrekten Einträge machen. Wenn man keinen DNS- und WINS-Server im Netzwerk hat, dann sollte man die IP des Rechners, mit dem man synchronisieren will, als DNS und WINS eintragen. Das ist wichtig, da sonst ActiveSync nicht korrekt funktioniert!
Weitere Infos: hier
Ich arbeite in meinen Netzwerken (Firma, zu Hause) immer mit festen IP-Adressen, ohne DHCP-Server...
Test
Um zu Testen, ob die Netzwerkverbindung funktioniert, kann man verschiedene Programme verwenden. Ich empfehle vxUtil (Personal), da das kostenlos ist und alle möglichen Testroutinen vereint. Es würde aber auch das "Ping" aus dem Microsoft PowerToys gehen... Einfach beim Ping die Adresse eines Rechners im Netzwerk eintragen und schauen, ob dieser antwortet (er sollte natürlich eingeschalten sein ;))
Freigaben
Wenn man einen Rechner im Netzwerk anpingen kann, dann kann man den nächsten Test starten: Das Zugreifen auf freigegebene Ressourcen. Die dazu benötigten Programme sind auf den Jornada 680 schon im ROM enthalten. Man sollte nur beachten, dass man, wenn man auf eine Freigabe auf einem Windows NT, Windows 2000 oder Windows XP-Rechner zugreift, sich dort mit einer gültigen Benutzername/Kennwort-Kombination anmelden muss. Diese Kombination kann man auf dem Jornada in den Netzwerkeinstellungen der Sytemsteuerung unter Identifikation eintragen. Um jetzt auf den anderen Rechner zuzugreifen, startet man den Windows-Explorer auf dem Jornada und trägt in die Zeile mit dem aktuellen Verzeichnis einen Zugriff auf eine Netzwerkfreigabe ein: \\Server\Freigabe, wobei Server den Namen des Rechners darstellt, auf den zugegriffen werden soll und Freigae den Namen der Freigabe auf diesem Rechner.
Wenn das funktioniert, dann kann man auch auf Netzwerkdruckern drucken! Dazu im Druckerauswahldialog einfach als Anschluss "Netzwerk" auswählen und den entsprechenden Pfad eintragen.
Weitere Infos: hier
Eine Frage, die oft gestellt wird, ist die Frage nach dem Zugriff auf Dateien im Jornada 680. Das geht ohne Hilfsmittel nicht so einfach, da WindowsCE keine Serverdienste besitzt und damit auch keine Verzeichnisse freigeben kann. Man wird einen WindowsCE-Rechner auch nie in der Netzwerkumgebung auf einem Desktop-PC erscheinen sehen. Nur durch zusätzliche Software (z.B. einen FTP-Server) oder wenn der Jornada mit ActiveSync mit dem Desktop verbunden ist, ist es möglich, auch auf Dateien im Jornada zuzugreifen.
Der Jornada wird aus oben genanntem Grund auch nicht in der Netzwerkumgebung auf dem Desktop-PC zu sehen sein.
Synchronisieren
Im Gegensatz zur "normalen" Synchronisation über das serielle Kabel, muss die Synchronisation über das Netzwerk vom Jornada aus gestartet werden. Das geht über: Start/Programme/Kommunikation/ActiveSync. Dort wählt man dann als Anschluss "Netzwerk" aus. Wenn man nur eine Partnerschaft hat, dann erscheint automatisch im unteren Feld der Name des Rechners, mit dem synchronisiert wird. Ansonsten muss man den entsprechenden Rechner auswählen. Wenn der Jornada keine Verbindung zum Desktop bekommt, sollte man folgende Dinge überprüfen: