Jornada 680/690 - Netzwerk - WLAN
Allgemeines
In letzter Zeit ist das Thema WLAN immer aktueller geworden und dementsprechend häuften sich die Fragen über die verwendbaren Karten und die Einstellungen. Ich werde im Folgenden versuchen, einige Fragen davon zu beantworten. Dabei werde ich mich hauptsächlich auf die bei mir verwendete Karte beziehen, die Informationen sollten aber auch auf andere Karten übertragbar sein...
Die Karte
Ich verwende in meinem Jornada eine Karte der Firma Artem. Die Karte heisst "ComCard CC-W11-STD", ist eine ETSI-Karte mit 13 Kanälen (FCC-Karten haben nur 11 Kanäle) und beherrscht 128bit WEP-Verschlüsselung. Ich habe diese Karte bei der Firma Meconet gekauft, wo sie vor kurzem noch für 55,50€ zu bekommen war (Artikel: "ARTEM Gold 802.11b, ETSI, CLASSIC, bulk").
Im Allgemeinen funktionieren alle Karten, für die es Treiber für WindowsCE 2.11 gibt. Man sollte also mal auf der Seite der Hersteller danach suchen, oder den Händler danach fragen.
Achtung!
Beim Kauf von PC-Card-Erweiterungskarten (egal ob Netzwerk oder etwas Anderes) für den Jornada 680/690 sollte man aufpassen, dass man keine Cardbus-Karte (32-bit) kauft, denn die funktionieren im Jornada grundsätzlich nicht!!!
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Der Treiber
Meiner WLAN-Karte lag ein Treiber für WindowsCE 2.11 bei. Allerdings war auf der Homepage von Artem ein neuerer Treiber verfügbar, so dass ich diesen installiert habe.
Die Installation muss vom Desktop aus erfolgen, wenn der Jornada über ActiveSync mit diesem verbunden ist. Der Treiber sollte an dem voreingestellten Ort auf dem Jornada installiert werden (\Windows). Das ist wichtig, da sonst einige DLL's nicht gefunden werden können.
Eine erfolgreiche Installation wird am Bildschirm angezeigt. Danach soll man den Jornada vom Desktop trennen. Ich habe nach der Installation zusätzlich noch einen Softreset durchgeführt, was ganz sinnvoll ist, weil doch einige Änderungen in der Registry vorgenommen und diese erst beim Neustart aktiv werden.
Die Installation des Treibers sollte vor dem ersten Einstecken der Karte in den Jornada erfolgen.
Die Einstellungen
Netzwerkeinstellungen
Nach dem Softreset kann man die Karte in den Jornada stecken. Als Erstes sollte der Netzwerk-Konfigurations-Dialog erscheinen:
Je nach Bedarf kann man hier jetzt feste IP-Adressen eintragen. Das ist abhängig von der Konfiguration der Gegenstelle. Normalerweise braucht man hier aber nichts zu ändern. Wenn man über einen Access-Point (oder WLAN-DSL-Router oder öffentlicher Hotspot) arbeiten will, werden die Adressen im Normalfall auch über DHCP zugeteilt.
Client-Konfiguration
Wenn die Karte im Jornada steckt, dann sieht man im Taskbar, neben der Uhr, ein kleines Symbol, das aussieht, wie eine Treppe. Das ist das Zeichen, dass die WLAN-Karte aktiv ist. Der kleine wandernde grüne Balken zeigt an, dass die Karte nach einem Access-Point sucht, doch dazu später. Wenn man das Symbol mit dem Stift anzippt, kommt man zum Client-Konfigurations-Dialog.
Unter dem Menü-Punkt "Advanced" findet man die Unterpunkte "Link Test" und "Site Monitor". Der erstere der beiden ist für den Test einer Netzwerkverbindung sinnvoll, der zweite, um zu sehen, welche WLAN's sich in der näheren Umgebung befinden. Will man den Jornada in ein existierendes Netzwerk einbinden, dann sollte man hier auch den Namen dieses Netzwerkes zu sehen bekommen. Nach Antippen des Namens bekommt man noch weitere Informationen u.a. über die Signalqualität.
Unter "Tools" findet man "Edit Wireless Profiles...", "Version Info...", "Log", "Load/Unload Automatically", "Suspend While Connected", "Disable Radio", "Powermanagement" und "Exit". Auf "Edit Wireless Profiles..." werde ich später noch genauer eingehen. Zunächst die anderen Menüpunkte.
Unter "Version Info" bekommt man Informationen zur Treiberversion und zur verwendeten Karte.
Der Punkt "Log" erzeugt eine Textdatei "wireless.txt" im Hauptverzeichnis des Jornada. In dieser Datei sind Informationen zum momentanen Profil, zur Karte und zum installierten Treiber enthalten.
"Load/Unload Automatically" sorgt dafür, dass der Treiber automatisch aus dem Speicher entfernt wird, wenn die Karte aus dem Jornada gezogen wird. Natürlich wird er dann bei Einstecken der Karte wieder geladen.
"Suspend While Connected" sorgt bei Aktivierung dafür, dass der Jornada selbst bei bestehender WLAN-Verbindung in den Suspend-Modus gehen kann.
"Disable Radio" schaltet die Sende-/Empfangseinheit der WLAN-Karte zu oder ab.
"Power Management" beeinflusst die Sendeleitung der WLAN-Karte. Bei sehr guter Verbindung wird nur eine kleine Sendeleistung benötigt und somit kann Strom gespart werden.
"Exit" beendet das Konfigurationsprogramm komplett (auch das Taskbar-Icon verschwindet!)
Kleiner Tipp: Da die Programmierer so clever waren, das Tools-Menü so elegant auf dem Bildschirm zu platzieren, dass man beim Antippen von "Tools" gleich im "Edit Wireless Profiles..."-Dialog landet, sollte man das Menü vielleicht über die Tastatur aufrufen (Tastenkombination Alt-T).
Profile
Der Treiber der WLAN-Karte kann mehrere WLAN-Profile verwalten. Das ist sinnvoll, wenn man in unterschiedlichen Netzwerken arbeiten will, bei denen verschiedene Einstellungen z.B. hinsichtlich der Verschlüsselung gelten. Den Dialog zur Profilverwaltung erreicht man unter "Tools/Edit Wireless Profiles...".
Ich habe bei meiner Karte zusätzlich zum "Default"-Profil noch zwei weitere Profile eingerichtet. Das "Default"-Profil kann ohne Änderungen für das Surfen an den meisten Hotspots verwendet werden. Mein zweites Profil nutze ich zu Hause, wo ich an meinem WindowsXP-Computer nur einen USB-WLAN-Adapter hängen habe, den ich im Peer-To-Peer- (bzw. AdHoc-) Modus betreibe. Das dritte Profil ist dazu gedacht, bei Bekannten über einen DSL-WLAN-Router ins Internet zu gehen, wobei der DSL-Router als Access-Point verwendet wird.
Profil 1 - "Default" (Access-Point)
Hierzu brauche ich wohl nichts weiter zu sagen. Das Profil ist das, was bei der Installation der WLAN-Karte voreingestellt ist/war. Wenn man es schon geändert hat, dann kann man es ganz einfach neu erzeugen, indem man ein neues Profil anlegt und einfach bei allen Menüs auf "Weiter" drückt (und am Ende auf "Fertig"). Das Profil setzt einen Access-Point ohne Verschlüsselung voraus.
Profil 2 - "zu Hause" (Peer-To-Peer)
Um Geld zu sparen, aber trotzdem von der Couch aus surfen zu können, habe ich mir irgendwann einmal einen USB-WLAN-Adapter gekauft. Access-Points waren zu der Zeit noch etwas teuer... Anfangs betrieb ich den Adapter unter Windows 98, inzwischen läuft das gute Stück aber unter Windows XP. Ich habe unter den WLAN-Einstellungen von XP die Verbindung zum Internet freigegeben, damit ich darüber auch surfen kann.
Der WLAN-Adapter wird im Peer-To-Peer-Mode betrieben, der es ermöglicht, dass normale WLAN-Clients ohne Hilfe eines Access-Points miteinander kommunizieren können.
Nachdem man auf dem Jornada den Menüpunkt "Tools/Edit Wireless Profiles..." aufgerufen hat, kann man mit "Add" ein neues Profil erzeugen.
Auf der ersten Seite ist der Profilname und die Art des Netzwerkes anzugeben. Mein Profil heisst "zu Hause" und ich bin Teil einer "Peet-To-Peer-Group".
Als nächstes ist der Netzwerkname anzugeben. Mein Netzwerk heisst "Homework". Es ist auf allen Geräten, die zu diesm Netzwerk gehören, der gleiche Name zu verwenden. Der Kanal sollte auch auf allen Geräten gleich sein. Ich habe Kanal 12 gewählt. Die Auswahl war willkürlich, nur sollte der Kanal frei sein (siehe "Advanced/Site-Monitor).
Weiter geht es mit der Verschlüsselung. Man kann hier nicht extra auswählen, welche Art (64bit oder 128bit) von Verschlüsselung man verwenden will. Wenn man 64bit verwendet, dann gibt man entweder 5 alphanumerische Zeichen oder 10 Hexadezimalzahlen ein, bei 128bit muss man entweder 13 alphanumerische Zeichen oder 26 Hexadezimalzahlen eingeben. Wenn man Produkte unterschiedlicher Hersteller verwendet, dann sollte man immer mit Hexadezimalzahlen arbeiten...
Die Schlüssel müssen auf allen Geräten eines Netzwerkes gleich sein!
Auf die Verschlüsselungs-Einstellungen gehe ich weiter unten noch einmal genauer ein.
Profil 3 - "DSL-Router" (Access-Point)
Wenn man mal bei Bekannten ist, die eine DSL-Flatrate und dazu noch einen DSL-WLAN-Router rumstehen haben, will man natürlich auch mal das Internet nutzen.
Nachdem man auf dem Jornada den Menüpunkt "Tools/Edit Wireless Profiles..." aufgerufen hat, kann man mit "Add" ein neues Profil erzeugen.
Auf der ersten Seite ist der Profilname und die Art des Netzwerkes anzugeben. Mein Profil heisst "DSL-Router" und ich verwende einen "Access-Point", da der DSL-WLAN-Router ja wie ein Access-Point arbeitet.
Als nächstes ist der Netzwerkname anzugeben. Das Netzwerk heisst "meins". Es ist der Name zu verwenden, der auf dem Access-Point eingestellt ist. Wenn man den Namen nicht kennt, dann kann man den "Scan"-Knopf antippen und sich alle umliegenden Netze anzeigen lassen. Aufpassen, dass man nicht das Netz des Nachbarn erwischt ;) Wichtig: Man sollte am Access-Point (DSL-Router) nie den vom Hersteller vorgegebenen Namen verwenden!
Weiter geht es mit dem kompliziertesten Teil, der Verschlüsselung. Was hier an Fehlern gemacht wird, kann die gesamte Kommunikation verhindern.
Man kann zwischen alphanumerischer und hexadezimaler Schlüsseleingabe auswählen. Ich empfehle für Geräte verschiedene Hersteller immer hexadezimale Schlüssel zu verwenden!
Bei der alphanumerischen Schlüsseleingabe muss man für 64bit 5 Zeichen eingeben, für 128bit 13 Zeichen. Dabei können alle auf der Tatstaur vorkommenden Zeichen verwendet werden. Wenn der Schlüssel zu lang oder zu kurz ist, kommt eine Fehlermeldung.
Bei der hexadezimalen Schlüsseleingabe muss man für 64bit 10 Hex-Zahlen eingeben, für 128bit 26 Hex-Zahlen. Beim Hexadezimalen Zahlensystem werden die Zahlen 0...9 und die Buchstaben A...F verwendet. Wenn der Schlüssel zu lang oder zu kurz ist, kommt eine Fehlermeldung.
Moment mal! 64bit und 5 Zeichen / 10 Zahlen, 128bit 13 Zeichen / 26 Zahlen? Das sind doch keine 64bit bzw. 128bit! Richtig. Das sind nämlich nur 40bit bzw. 104bit. Die restlichen 24bit sind vom Hersteller fest vorgegeben. Damit sind das doch wieder 64bit bzw. 128bit, nur dass man nicht alles davon selbst bestimmen kann.
Die Schlüssel müssen auf allen Geräten eines Netzwerkes gleich sein. Als verwendeten Schlüssel "Key 1" einstellen und die Zeichen in das dazugehörige Feld eintragen...
Zu allerletzt kann man noch den Powermanagement-Modus ein/ausschalten.
Testen
Wer seine WLAN-Installation testen will, dem empfehle ich vxUtil. Mit dem Programm kann man sich die Informationen über die zugeteilen IP-Adressen anzeigen lassen und andere Hosts "anpingen". Das Programm hat zwar noch viele andere nützliche Funktionen, aber das sind die Beiden, die ich am meisten verwende.
Nach dem Start des Prorgammes tippt man auf "I" (oder "Funktion/Info"). Es wird eine Liste der im Jornada installierten Netzwerk-Karten und der dazugehörigen/zugeteilten IP-Adressen angezeigt. Interessant ist bei WLAN-Karten die zugeteilte IP-Adresse und die Informationen zum Gateway und DNS-Server. Die letzten Beiden sollte man sich erstmal gut merken (bei mir 192.168.0.1)
Als nächstes wird das Icon neben dem "I" angetippt (oder "Funktion/Ping"). In die Zeile "Host" trägt man die IP-Adresse des Gateways ein und drückt auf Start. Wenn alles gut funktioniert, dann sollte man ein paar Antworten bekommen.
Wenn man über den Gateway eine Verbindung ins Internet aufbauen will, dann kann man diese jetzt auch testen. Dazu trägt man z.B. www.t-online.de als Host ein und drückt wieder auf Start. Wenn auch das funktioniert, dann steht dem Surfvergnügen nichts mehr im Wege.
Geht nicht? Gibts nicht!
Wenn das alles nicht funktioniert, dann liegt es in den meisten Fällen an einer fehlerhaften Einstellung bei der Verschlüsselung. Wenn man dort etwas falsch eingestellt hat, dann bekommt man keine Verbindung zum Access-Point und somit auch keine IP-Adresse(n) zugeteilt.
Wenn zwar Ping ins Internet geht, aber der PocketIE trotzdem Fehler meldet, dann sollte man sich mal die Proxy-Einstellungen ansehen. Für den WLAN-Zugang braucht man keine Proxies!
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