Australien 2004 - Der Reisebericht
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Mai 2004 |
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Heute Abend ging es los. Da ich noch viel zu tun hatte, bin ich noch einmal zur Arbeit gegangen. Mittags war ich dann wieder zu Hause. Simone, die uns freundlicherweise zum Flughafen fahren wollte, wartete schon, als ich ankam. Wir packten noch die restlichen Sachen ein und aus Gründen des Übergewichts unseres Gepäcks einiges wieder aus. Das dauerte etwas, so dass wir erst gegen 15.00 Uhr losfuhren. War ja auch noch reichlich Zeit...
Am Flugplatz konnten wir gleich einchecken, das Gepäck wurd bis Adelaide durchgecheckt, so dass wir uns da nicht mehr drum kümmern mussten.
Nach etwas Warten, einem Kaffee und einem kurzen Schwatz mit Andreas, einem Bekannten, der dort beim BGS arbeitet, ging es nach Frankfurt.
Dort sahen wir zu, dass wir zum Quantas-CheckIn kamen. Leider zu spät, denn vor uns stand schon eine lange Schlange. Trotzdem hatten wir mit unseren Plätzen Glück, denn die Maschinen waren nicht ausgebucht, so dass wir gute Plätze bekamen, wo ich auch Platz für meine Beine hatte.
Nun hiess es wieder warten. Etwas Zeit vertrieben wir uns an den von Samsung gesponsorten, kostenlosen Internet-Terminals, von denen aus ich den ersten Eintrag ins Online-Tagebuch machen konnte.
Von Frankfurt aus ging es nach Singapur. Der Flug war zwar sehr lang, aber wir zwei hatten zusammen eine 4-er Reihe, so dass wir uns sogar mal hinlegen konnten, um zu schlafen. Das hat die Zeit etwas verkürzt.
In Singapur hatten wir die Möglichkeit, mit dem PDA kostenlos in Internet zu gehen. Zwar nur über Infrarot, aber immerhin, es war kostenlos. Die Konfiguration war auch echt einfach (für die Profis: Stichwort PC-Direktverbindung). Ich nutze es aber nur für kurze eMails und den nächsten Eintrag ins Online-Tagebuch aus.
Nach gut 4h Aufenthalt und Warten konnten wir unseren Flieger nach Adelaide besteigen. Was wir bis dahin nur gering zur Kenntnis genommen hatten: der landete in Darwin zwischen und wir mussten alle aus dem Flieger und wieder eine Stunde warten, bevor es weiter ging...
Heute morgen gegen 09.00 Uhr Ortszeit sind wir in Adelaide angekommen. Mich hat sehr beeindruckt, dass unser in Dresden eingechecktes Gepäck tatsächlich in Adelaide angekommen ist. Bei der Einreise hatten wir ein paar Problemchen: Ich hatte vergessen, das Zelt als gefährliches Gut anzugeben, und da hinsichtlich der Einfuhr von Gütern, die die Landwirtschaft gefährden können, recht harte Vorschriften herrschen, durften wir erstmal eine Tasche auspacken. Wie kann ein Zelt die Landwirtschaft gefärden? Na z.B. durch Schädlinge, die in Erdresten am Zelt festsitzen. Nach der kleinen Extrakontrolle konnten wir aber ohne weitere Probleme passieren.
Mit dem Taxi ging es zum Hotel und obwohl wir erst ab 12.00 Uhr anreisen wollten, konnten schon früher ins Zimmer. Nach einer Dusche, die die Lebensgeister wieder etwas weckte, holten wir erstmal etwas Schlaf nach. Eigentlich wollten wir um 14.00 Uhr aufstehen, aber wir brauchten eine Stunde länger, um wach zu werden. Damit wir nicht zu lange schlafen und dann die ganze Nacht wach liegen, gingen wir noch einmal in die Innenstadt, um verschiedene kleinere Dinge zu besorgen und uns auch ein wenig die Stadt anzusehen. Wir liefen zu Fuss vom Hotel zur Einkaufsmeile (Rundle Mall) und nachdem wir dort einmal hin und her gegangen sind, etwas weiter bis zum Besucher-Informationszentrum und ein kurzes Stück zu einem Park. Dann zogen aber Wolken auf und wir machten uns auf den Weg zum "Connector Free Bus", der uns zum Hotel brachte. Der "Free Bus" ist ein von der Stadt Adelaide gesponsorter Bus, der kostenlos zu verschiedenen Punkten der Stadt fährt. Er verkehrt zwar nur stündlich, aber als Urlauber hat man ja Zeit...
Heute haben wir am Flughafen in Adelaide unser Auto abgeholt. Einen Ford Falcon mit Automatik, Klimaanlage und Lenkrad auf der "falschen" Seite. Der Taxifahrer, der uns vom Hotel zum Flughafen brachte, empfahl uns eine andere Route zu fahren, als wir vorher geplant hatten. Wir wollten irgendwie ins Barossa Valley und dann von dort über Mount Gambier zur Great Ocean Road. Er empfahl uns, ins McLaren Vale zu fahren, einem anderen Weinanbaugebiet, und dann von dort aus über Victor Harbor und Wellington nach Mount Gambier zu fahren. Da sich diese Strecke interessanter anhörte, nahmen wir seinen Vorschlag an.
Die ersten Kilometer mit dem Mietwagen waren etwas kompliziert, zumal es doch etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass man plötzlich das Lenkrad auf der "falschen" Seite hat, nicht mehr schalten, auf der linken Strassenseite fahren und an Kreuzungen nach rechts schauen muss. Nach etwa 20km ging es dann immer besser.
Auf dem Weg zum McLaren Vale kauften wir erstmal ein paar Lebensmittel ein. Schliesslich wollten wir ja Camping machen und uns nicht ständig in Gaststätten den Bauch vollschlagen. Irgendwann gegen Mittag kamen wir im McLaren Vale an. Ein Campingplatz war schnell gefunden, jetzt musste nur noch überlegt werden, wie lange wir bleiben wollten. Wir entschieden uns für 2 Nächte.
Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten, schauten wir uns auf der Karte die Lage der verschiedenen Weingüter an. Zwei lagen in unserer Nähe und die wollten wir auch aufsuchen. Das erste Weingut, das wir besuchen wollten war das Gut d'Arenberg. Das Weigut lag ganz bei uns in der Nähe und aufdem Weg dorthin hatten wir einen schönen Ausblick über das Tal und die Weinpflanzungen. Etwas zögerlich begannen wir mit dem Verkosten. Es waren alles leckere Weine, die wir da zum Kosten bekamen, aber wir wollten ja nicht gleich beim ersten Weingut alles Geld ausgeben und so viele Flaschen konnten wir ja auch nicht mitnehmen. Also entschieden wir uns für zwei Flaschen "The Hermit Crab Marsanne Viognier", einen leckeren Weisswein. Weiter ging es zum Tatachilla-Weingut. Dieses liegt direkt im Ort. Diesmal sollte es Rotwein sein. Die Entscheidung fiel für einen sprudeligen Rotwein (ich glaube "Sparkling Malbec") und eine Flasche premierten "Foundation Shiraz". Nach dem vielen Verkosten hatten wir erstmal etwas Pause nötig und wollten auch etwas essen. Gab ja bisher auch nichts ausser Frühstück...
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Eiskaffee und Sandwiches ging es dann wieder zurück auf den Campingplatz. Die Zeit bis zum Schlafengehen überbrückten wir mit einem Spaziergang. Da wir immer noch relativ müde waren, gingen wir recht früh ins Bett.
Nach einer etwas unruhigen Nacht, das Schlafen im Schlafsack auf der Isomatte ist auch etwas gewöhnungsbedürftig, standen wir ziemlich früh auf. Der Plan für den Tag sah den Besuch von Victor Harbor und dem Urimbirra Wildlife Park vor.
Laut einem Aushang in der Anmeldung unsere Campingplatzes sollten von Victor Harbor aus Whale-Watching-Touren starten. Also fragten wir in der dortigen Besucherinformation danach und bekamen gesagt, dass es zu dieser Zeit noch gar keine Wale gibt. Wir hatten zwar auch schon im Reiseführer gelesen, dass erst ab Mai die Zeit dafür ist, aber man kann ja mal fragen, im Reiseführer muss ja auch nicht immer alles stimmen.
Den restlichen Vormittag verbrachten wir auf Granite Island, einer kleinen Insel, die über eine Brücke zu erreichen war und auf der man Zwergpinguine sehen kann. Leider sind die Tiere nur in der Dämmerung aktiv und so atten wir wieder kein Glück. Wenigstens konnten wir ein wenig um die Insel wandern und die Aussicht auf das Meer geniessen. Zusätzlich haben wir uns etwas den Pelz verbrannt...
Zurück auf dem Festland fuhren wir zum Urimbirra-Park. Von Aussen machte der keinen sonderlich Vertrauen erweckenden Eindruck, aber wir schauten ihn uns trotzdem an und haben es nicht bereut. Man konnte dort fast alle einheimischen Tiere sehen und größtenteils auch anfassen (von den Krokodilen haben wir die Finger gelassen).
Heute Abend gab es das erste mal Nudeln aus der Campingküche :)
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht wurde es ein anstrengender Morgen; Ramona wurde von einer 3cm großen Monsterameise gebissen, was anscheinend recht schmerzhaft war. Zumindest sprang sie schreiend und zeternd aus dem Schlafsack und dem Zelt, den langsam anschwellenden Finger weit von sich gestreckt. Die Ameise sass noch immer im Zelt und verkroch sich unter Ramonas Schlafsack. Held der ich bin, nahm ich den Schlafsack und warf ihn samt Ameise aus dem Zelt ins Freie, wo das Tierchen dann vom Schlafsack geschüttelt wurde...
Nach Frühstück und Zeltabbau ging es dann los, Richtung Wellington, wo wir mit der Fähre über den Murray River setzen wollten. Das erste Mal wurden wir von der Genauigkeit unserer Karten überrascht, denn plötzlich verwandelte sich die Strasse in eine etwas holperige Sandpiste, die sich in engen Kurven den aus dem McLaren Vale wand. Gut, die Strasse war in der Karte etwas dünner dargestellt, aber man denkt sich ja nichts dabei...
Trotz alledem stimmte die Karte und wir kamen am gewünschen Punkt an und landetetn in Wellington. An der Fähre mussten wir ein paar Minuten warten, die wir für die weitere Wegplanung verwendeten. Die nächste Wegstrecke war etwas länger (so ca. 350km) und die Landschaft wenig abwechslungsreich. Zum Glück hat unser Auto Automatik und Tempomat. Ein wenig Abwechslung in die triste Landschaft brachte die Faht durch das Langhorn Creek Weinanbaugebiet, wo wir mangels Zeit nicht anhalten konnten.
In Kingston wurde das erste Mal getankt, was mit einem Preis von 97ACt/l zwar relativ teuer, gemessen an deutschen Preisen jedoch wieder extrem billig war (1A$ = 0.65€). Da dort der "Big Lobster" rumsteht, wurde der Tankstop gleich noch zum Fotografieren verwendet.
Weiter ging es zu unserem Tagesziel, Mount Gambier. Dort angekommen fuhren wir auf den Blue Lake Holiday Park und bauten unser Zelt auf. Die verbleibende Zeit bis zum Sonnenuntergang (was hier ca. 18.00 Uhr ist) verbrachten wir mit Besichtigung des Blue Lake. Der Blue Lake ist ein See im Krater des erloschen Vulkans Mount Gambier. Der See hat in dem Monaten November bis März blaues Wasser, daher auch der Name. Warum das Wasser sich verfärbt, konnte noch nicht festgestellt werden.
Nachdem das Licht für ordentliche Fotos nicht mehr ausreichend war, gingen wir noch unseren Lebensmittelvorrat auffüllen.
Momentan sitzen wir in der Luxus-Campingküche und lassen uns die Luft anderer Leute BBQ um die Nase wehen (sabber - es gibt Kartoffelscheiben und Hähnchenflügel) und gucken "Friends" in Originalton, dazu gibt es The Hermit Crab, einen Wein von d´Arenberg (http://www.darenberg.com.au/) aus dem McLaren Vale.
Der heutige Tag begann wieder mit Frühstück und Zeltabbau. Nachdem alles im Auto verstaut war, fuhren wir vom Zeltplatz und machten noch einmal eine Runde um den Blue Lake und hielten an verschiedenen Punkten an, um mal den typischen Touristen heraushängen zu lassen und viele Bilder zu machen.
Danach ging es dann weiter nach Warnambool. Auf der Fahrt sahen wir am Strassenrand ein paar Emus laufen, die erstmal abgelichtet wurden. In der Besucherinformation von Nelson, einem kleinen Ort an der Strecke, versorgten wir uns mit Informationen zu Campingplätzen in Victoria, dem Bundesstaat, in dem wir uns momentan befinden.
In Warnambool angekommen fuhren wir zu dem einzigen Campingplatz in dem Guide, auf dem man auch Zelte aufbauen durfte. Irgendwie sah der dann aber doch sehr wenig vertrauenerweckend aus, so dass wir noch zur örtlichen Touristeninformation beim Flagstaff Hill fuhren, denn ich wusste von meinem Australien-Urlaub 1997, dass es wenigstens noch einen weiteren Campingplatz geben musste. Wir wurden dort auch fündig und bauten wenig später auf dem Flying Horse Inn Caravan Park unser Zelt auf.
Da wir nicht die ganze Zeit auf dem Zeltplatz verbringen wollten, fuhren wir noch einmal zum Flagstaff Hill, um uns evtl. doch noch das Schiffahrts-Museum anzusehen. Die Preise waren uns dann aber doch etwas zu hoch, zumal Ramona zuerst eh keine rechte Lust darauf hatte. Also setzen wir uns wieder ins Auto und fuhren in Richtung Strand und Hafen. Die Küste brachte einen kleinen Vorgeschmack auf die Great Ocean Road; das Wasser pralle mit hoher Wucht auf die Kaimauer und hohe Wellen schafften es ab und zu, über die Mauer zu springen. Auch die Felsformationen nebenan sahen sehr zerklüftet aus...
Irgendwie war es inzwischen spät geworden und wir bekamen langsam Hunger. Deshalb wollten wir das erste Mal in diesem Urlaub in ein richtiges Restaurant gehen. Leidermachen die Meisten erst um 17.30 Uhr auf und es war noch etwas früher. Also schlenderten wir noch einmal die Einkaufsmeile entlang und Ramona holte sich in einer Apotheke etwas gegen den Ameisenbiss in ihrem Finger, der immer noch schmerzt und angeschwollen ist. Anscheinend eine allergische Reaktion auf das Gift. Hoffentlich bessert sich das, sonst müssen wir mal zum Arzt gehen. :(
Etwas später haben wir dann auch ein passendes Restaurant gefunden. Bei Ramona gab es Fisch und bei mir ein ordentliches Steak. Mit vollen Bäuchen sitzen wir jetzt im Auto auf dem Zeltplatz und bald wird es wohl auch ins Bett gehen...
Die letzte Nacht wurde von zwei Zügen unterbrochen, die auf der Bahnlinie direkt hinter unserem Zeltplatz vorbeifuhren. Micha wird sich jetzt sagen, "Der Kerl lernt nie", denn wenn ich mich recht entsinne, waren wir vor 7 Jahren auf dem gleichen Zeltplatz und hatten die gleiche Schlafstörung.
Nach dem täglichen Ritual - Frühstück und Zeltabbau - ging es wieder auf den Highway 1 und weiter zur Great Ocean Road.
Wer es noch nicht kennt, die Great Ocean Road ist eine Strasse, die sich immer an der Küste entlangwindet und dabei wundervolle Ausblicke bietet. Besondere Aussichetn sind speziell gekennzeichnet und wenn man hier rumfährt, sollte man wenigstens an diesen Plätzen anhalten.
Als ich so meine Fotos machte, fiel mir auf, dass es fast die gleichen Fotos werden, wie vor 7 Jahren. Interessant wird sein, die neuen mit den alten Fotos zu vergleichen. Es hat sich doch Vieles verändert. So sind die alten Wege ab und zu schon dem Wasser zum Opfer gefallen und neue Wege und Parkplätze wurden angelegt.
Überrascht und entsetzt zugleich war ich an den Twelve Apostels. Dort wurde 2001 ein nagelneuer, riesengroßer Parkplatz hingesetzt und gleich noch ein Besucherzentrum dazu. Vor dem Parkplatz ist eine Schrankenanlage, die zum Glück nicht in Betrieb war. Anscheinend fängt man auch hier langsam an, zu begreifen, dass man von Touristen viel mehr Geld bekommen kann.
Nach den 12 Aposteln machten wir unseren Zeltplatz klar, es war ja auch schon nach 15 Uhr und wir wollten nach dem Zeltaufbau wieder gen 12 Apostel fahren, um den Sonnenuntergang zu sehen. Zeltaufbau war wie immer schnell erledigt und so konnten wir bald los. Trotzdem war es schon nach 16.30 Uhr, als wir wieder auf dem immer noch sehr vollen Parkplatz ankamen. Entsprechend voll war es auch auf den Aussichtspunkten. Anscheinend wollten alle sehen, wie die Sonne im Meer versinkt und dabei die aus dem Wasser ragenden Steine mit rotem Licht anstrahlt. Nach etwa 30 min (etwa 17.00 Uhr) war es dann auch soweit. Es war schon ein beeindruckendes Schauspiel, das vom Klicken vieler Fotoapperate begleitet wurde.
Im Dunkeln ging es dann zurück auf den Zeltplatz. Während ich hier tippe, schreibt Ramona die ersten Postkarten. Ich werde die Texte der letzten Tage nachher noch hochladen. Hoffentlich sind die dann nicht so Chaotisch formatiert, wie der Letzte. Da ich die Einträge per eMail vom PDA via Handy an das Weblog schicke, kann ich das momentan nicht ändern. Dazu bräuchte mal wieder einen richtigen Computer...
Achja, ich habe inzwischen die dritte 128MB-Speicherkarte für meine Digitalkamera angefangen vollzuknipsen. Es wird die nächsten Tage zwar nicht mehr soo viel zu fotografieren geben, spätestens in Sydney werde ich die Karten aber wohl auf CD kopieren lassen müssen...
Wir haben gestern Abend noch ein paar nette Münchener kennen gelernt, mit denen wir uns noch ziemlich lange unterhalten haben. Die wollen von Sydney nach Adelaide fahren, hatten also schon so mehr als die Häfte des Weges hinter sich.
Dann haben wir gestern Abend noch eine eMail von Leanne bekommen. Wir hatten sie und ihren Freund (Andrew) vor zwei Jahren in Thailand auf der Trecking-Tour kennen gelernt. Beide wohnen in Sydney. Ich hatte Ihnen vor unserem Urlaub eine eMail geschrieben, ob man sich in Sydney vielleicht mal treffen und ein wenig Schwatzen könnte. Dummerweise fragt sie den eMail-Account sehr selten ab... Aber sie hat mir jetzt ihre Handynummer gegeben und so werden wir uns vielleicht wirklich treffen :) SMS klappt jedenfalls schon mal.
Nachdem wir heute früh bei den Müchnern noch einen Kaffee geschnorrt haben (obwohl wir ja eigentlich unseren eigenen haben) und noch ein wenig geplaudert haben, trennten sich unsere Wege. Unserer führte uns über den Rest der Great Ocean Road in Richtung Osten. Wir machten einen kurzen Zwischenstopp in Cape Otway und besichtigten den Leuchtturm. Die restliche Strecke war sehr Abwechslungs- und Kurvenreich. Für mich als Fahrer recht anstrengend. Ich glaube, als Beifahrer hat man mehr davon, weil man dort wenigstens die Aussicht geniessen kann.
Irgendwann waren dann endlich die Kurven vorbei, dafür näherten wir uns einem neuen Hindernis: Melbourne. So richtig wollten wir beide nicht in die Stadt, so dass wir einen geschickten Haken darum schlugen, mit der Fähre über die Bucht übersetzten und so nur wieder zurück auf den Highway mussten. Es ging alles recht schnell. Wir fuhren noch weiter, bis es dunkel wurde und blieben dann auf einem Campingplatz in der Nähe des Highway 1 hängen. Da es gegenüber den letzten Abenden sehr warm ist, blieben wir noch etwas vor dem Zelt sitzen und machten ordentlich Abendbrot (Nudeln und roter Blubberwein aus dem McLaren Vale).
Die heutige Nacht fand ein jähes Ende: gegen 04.30 Uhr fing es an zu regnen, gegen 07.00 Uhr fing unser Zelt an, durchzuweichen und gegen 07.30 Uhr hatten wir die Nase voll. In einer Blitzaktion räumten wir das Zelt aus und bauten es ab. Nass wie es war, wurde es erstmal in mehrere Müllbeutel verstaut. Ab ging es auf den Highway 1 und besserem Wetter entgegen (wie wir dachten)...
Nach ca. 450km durch Regen, Wald und Regenwald, über Berge und durch Täler, durch hunderte Kurven, erreichten wir Lake Entrance und damit die Südost-Küste Australiens. Unser Tagesziel sollte Eden sein. Das Wetter hatte sich zwar inzwischen auch gebessert, es schien sogar die Sonne. Da das Zelt aber so nass war, dass wir das als Schlafplatz vorerst vergessen können, überlegten wir uns, auf einem Campingplatz für zwei Nächte einen Bungalow (Cabin) zu mieten. Nun ist das gerade dieses Wochenende keine einfache Angelegenheit: am Montag (26.04.) ist in New South Wales (sind wir gerade) der Anzac-Day, ein Feiertag, an dem nicht gearbeitet wird. Viele Leute nutzen das somit verlängerte Wochenende natürlich für Ausflüge und damit sind Unterkünfte sehr rar. Aber wir hatten Glück. Ein Bungalow ist mit ca 55A$ lange nicht so preiswert, wie ein Stellplatz für ein Zelt (ca. 19A$), dafür aber vor Wind und Regen geschützt.
Da die Sonne schien und der Himmel eigentlich recht gut aussah, bauten wir vor unserem Bungalow den Innenteil unseres Zeltes zum Trocknen auf. Dann fuhren wir noch einmal in den Ort, zum Einkaufen. Als wir in dem Supermarkt waren, wurde es plötzlich dunkel. Nicht nur draussen, auch im Supermarkt ging das Licht aus. Kurz danach donnerte es: Gewitter. Wir haben uns zwar beeilt, zu bezahlen und zu unserem Zelt zu kommen, aber zu spät, es war schon wieder total nass :(
Danach schüttete es wie aus Kannen, etwa 1h lang, begleitet von Blitz, Donner und einem furchtbaren Sturm. Inzwischen wurde es dunkel und somit war, als es aufgehört hatte zu regnen, an einen Spaziergang nach der langen Autofahrt nicht mehr zu denken. War auch besser so, denn nach 1h fing es wieder an zu Gewittern, diesmal noch heftiger. Inzwischen grollt es nur noch etwas weiter entfernt. Ich bin ja gespannt, wie die Nacht werden wird.
Ich hoffe nur, morgen wird es mal ein paar Stunden nicht regnen, denn wir müssen unbedingt das Zelt trocken kriegen. Am 26.04. wollen wir irgendwo vor Sydney noch einmal zelten und dann am 27.04. nach Sydney fahren und dort ein Hotel aufsuchen...
Eins hatte ich fast vergessen: Kaum waren wir in Eden, durfte ich rechts ranfahren: eine Polizeistreife machte Kontrollen. Ich wurde gefragt, ob ich was getrunken habe, was ich zum Glück verneinen konnte. Trotzdem durfte ich in ein Röhrchen pusten: nix. Das Bier gab es dann zu Abendbrot...
Es hat in der Nacht noch viel geregnet und gestürmt. Irgendwann hörte das aber auch auf. Am Morgen war es sonnig und trocken (zunächst). Als wir in die Stadt wollten, hatte es sich schon wieder zugezogen und es regnete :( Wir machten uns trotzdem auf den Weg, schliesslich wollten wir ja nicht den ganzen Tag im Bungalow verbringen.
Zunächst besuchten wir das Killer-Wal-Museum. Der Name missfällt mir zwar, aber wenn man die Geschichte dazu hört, dann könnte der Name schon wieder passen: Vor der Küste Edens gab es eine Gruppe Orcas, die andere Wale in die Bucht trieben, wo diese dann von den Walfängern er- und zerlegt wurden. Als Belohnung bekamen sie die Lippen und Zungen der erlegten Wale :( In dem Museum gab es das größte Walskelett der südlichem Hemisphäre zu sehen (das größte Walskelett der Welt hängt, glaube ich, in Stralsund im Meeresmuseum, oder?). Ansonsten war noch viel über das Leben der ersten Siedler hier zu erfahren und eine Menge über Schiffahrt (und Walfang im speziellen). Außerdem gab es ein Video von einer Whale-Watching-Tour zu sehen. Schade, dass die Wale momentan nicht hier sind und wir sie somit nicht sehen können.
Nach dem Museumsbesuch schauten wir uns den Hafen an. War aber nicht viel zu sehen, ausser ein paar Fischerbooten. Da wir noch Wäsche waschen wollten, zogen wir uns wieder auf den Campingplatz zurück.
Da wir die Waschmaschine und später den Trockner nicht unbeaufsichtigt lassen wollten, nutzen wir die Zeit, uns mit der hiesigen Tier-, speziell Vogelwelt zu befassen. Auf dem Campingplatz fliegen Unmengen von Papageien und Verwandten herum. Die sehen nicht nur bunt aus, sondern machen auch ordentlich Lärm. Hört sich komisch an, ist aber so.
Nach unserer Waschaktion mit begleitender Fotosafari bauten wir in der restlichen Sonne unser Zelt noch einmal auf. Das Überzelt war inzwischen, aus welchen Gründen auch immer, schon trocken, das Innenzelt immer noch klatschnass. Als es dunkel war, bauten wir das Zelt wieder ab. Da es noch nicht trocken war, haben wir es erstmal im Bungalow aufgehangen. Morgen früh sollte es dann trocken sein (hoffentlich)...
Morgen geht es bis Kiama, dort soll ein Blowhole zu sehen sein. Blowholes sind senkrechte Löcher, in die durch Tunnel Meerwasser gedrückt wird. Dieses Meerwasser bekommt ordentlich Druck und spritzt aus dem Blowhole oben heraus. Bei diesem Blowhole soll, bei starker Dünung, das Wasser aus dem Loch bis zu 60m hoch spritzen. Einen Zeltplatz werden wir dort, trotz Anzac-Day, hoffentlich auch finden.
Der Wetterbericht sagt für die Region um Sydney und darüber schönes Wetter an. Hoffentlich kriegen wir davon noch etwas zu spüren. Am 27. und 28.04. sind wir in Sydney.
Hurra, wir haben wieder blauen Himmel und Sonnenschein! Heute morgen war der Anblick der Bucht vor Eden dem Bild einer Postkarte sehr ähnlich: Blauer Himmel, glatte Seee und ein großes Schiff am Horizont.
Unser Zelt ist auch wieder trocken.
Von Eden ging es Richtung Sydney. Unser Ziel war, wie schon gestern geschrieben, Kiama. Es waren nicht viele andere Autos unterwegs, LKW’s gar keine. Nur in ein paar Orten waren Massen von Menschen mit dem Anzac-Day beschäftigt. An diesem Tag wird der australischen Soldaten gedacht, die im 2. Weltkrieg vor Gallipoli gefallen sind.
Wieder ging es durch eindrucksvolle Landschaften; Berge und Felsen wechselten mit großen Wäldern, grünen Tälern und blau/weißen Stränden. In Kiama suchten wir einen Zeltplatz, der unseren Vorstellungen entsprach und entschieden uns für einen, der direkt am Strand lag. Nach dem Zeltaufbau fuhren wir zum großen Blowhole (es gibt hier zwei davon). Erst verfuhren wir uns, was aber nicht weiter schlimm war, denn so konnten wir mal ein wenig bei einem Rugby-Spiel zuschauen. Ist etwas brutaler als American Football...
Am Blowhole waren Massen von Menschen. Mengenmäßig gesehen waren diesmal nicht die Japaner, sondern irgwendwelche Muslime in der Überzahl. Aber ich muss sagen, was das Verhalten angeht, sind die noch schlimmer (drängeln und herumschreien ist anscheinend normal). Auch russisch habe ich sprechen hören...
Das Blowhole selbst war etwas enttäuschend, was aber an der ruhigen See lag. Wenn nur kleine Wellen sind, dann wird natürlich das Wasser auch mit weniger Druck in den Tunnel gedrückt. Entsprechend klein ist die Fontaine. Entschädigt haben wir uns durch ein leckeres Kugeleis. :) War bei der Hitze auch dringend notwendig, zumal wir nach den letzten Tagen so hohe Temperaturen auch gar nicht gewohnt waren.
Nachdem wir das Auto wieder auf dem Zeltplatz abgestellt hatten, gingen wir zum kleinen Blowhole, was nicht ganz so bekannt ist. Wir waren auch fast allein dort. Gemessen an der größe des Loches war diese Fontaine viel beeindruckender als die von dem großen Loch...
Morgen geht es nach Sydney. Mal sehen, ob wir dort ein ordentliches, bezahlbares Zimmer finden.
Eigentlich sollte der Tag mit einem Sonnenaufgang am Strand beginnen, aber irgendwie waren wir dann doch zu faul, schon um 06.00 Uhr aufzustehen. Wir haben ja schliesslich Urlaub. Trotzdem war, wie bisher eigentlich jeden Tag, um 08.00 Uhr die Nacht zuende.
Gegen 12.00 Uhr hatten wir unser Auto im Parkhaus in Kings Cross (Sydney) abgestellt und unser Quartier im Sydney Central Backpackers bezogen. Ist zwar nicht das Ritz, dafür aber billig. Unsere Wunschunterkunft war leider nicht verfügbar. Dort hätten wir dann kostenlos Internet und Frühstück gehabt. Egal...
Nachdem wir noch ein paar Sachen aus dem Auto ins Quartier geschafft hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Unser erstes Ziel war der AMP-Tower von dem aus man aus 250m Höhe über ganz Sydney schauen kann. Am Tower kauften wir ein Sammelticket für Tower, Hafenrundfahrt und Aquarium. Man kommt damit billiger, als wenn man alles einzeln kauft. Vor der Fahrt auf den Tower mussten wir durch einen Sicherheitscheck, anscheinend hat man auch hier Angst vor Terroristen. Vom Tower aus riefen wir Leanne an und verabredeten für den Nachmittag einen Treff an der Oper. Durch die Verabredung konnten wir leider nicht so lange auf dem Tower bleiben, für ein paar Panorama-Fotos reichte es aber dennoch. Wieder am Boden angekommen ging es dann, vorbei an dem Circular Quay, weiter zur Oper. Nach den üblichen Fotos setzten wir uns dort auf die Treppe und wurden auch kurze Zeit später von Leanne abgeholt. Wir gingen mit ihr zum Auto, wo Andrew auf uns wartete. Andrew war mit ihr zusammen in Thailand. Inzwischen sind die beiden zwar nicht mehr zusammen, aber immer noch gute Freunde...
Zunächst fuhren sie mit uns über die Harbor Bridge auf die andere Seite des Hafens. Von dort hat man einen schönen Blick auf Oper und Brücke. Wir spazierten dort ein wenig umher und redeten über alles Mögliche. Da es inzwischen kälter wurde, entschieden wir uns, zum Abendbrot zu schreiten. Wir gingen ins Ma...???... am Darling Harbor, einer Art asiatischem Restaurant. Dort gab es dann lecker Essen. Wir sassen zwar noch eine Weile, aber waren dann trotzdem gegen 20.00 Uhr schon wieder im Auto. Da die anderen Beiden am nächsten Tag arbeiten gehen mussten, entschieden wir uns, uns in die Unterkunft bringen zu lassen. Im Nachhinein leider ein sehr kurzes, aber trotzdem schönes Treffen.
Morgen geht es dann nochmal in den Hafen, zur Hafenrundfahrt, zum Darling Harbor ins Aquarium und ins hiesige Hardrock-Cafe.
Heute war der bisher anstrengendste Tag in unserem Urlaub (mal abgesehen vom Flug). Eigentlich ging es ganz relaxt los. Wir sind vom Quartier zu einem Internetcafe gegangen und haben die Fotos von den Speicherkarten auf CD kopiert. Nebenbei haben wir gleich noch ein wenig im Internet gesurft. Danach haben wir in einem Cafe gefrühstückt. Wir hatten Gutscheine, dass wir beim Kauf eines Getränks das Frühstück umsonst bekommen, warum soll man das also nicht nutzen? Weiter ging es von der U-Bahn-Station Kings Cross mit Umsteigen am Rathaus zum Circular Quay. Dort startete etwas später unsere Hafenrundfahrt mit Captain Cook Cruises. Wir fuhren mit der SolarSailor, einem HMP-Boot. HMP bedeutet HybridMarinePower und ist eine Kombination aus Elektroantrieb über Gas-Generator oder Solarzellen und Windenergie. Nach der Rundfahrt, die uns schöne Blicke auf den Hafen, die Harbor-Bridge, die Oper, Watsons Bay, Darling Harbor etc. Nach der 2-stündigen Rundfahrt suchten wir einen Souvenierladen auf. Wir wollten eigentlich nur mal schauen, haben dann aber doch etwas Geld dagelassen. Als nächstes hatten wir einen Termin an der Oper. Swen hat dann über’s Internet (Webcam auf dem Shangri-La-Hotel) das verabredete Foto gemacht. Wir sind zwar nur als kleine schwarze Punkte zu erkennen, aber wir wissen ja, dass wir das waren ;)
Danach ging es zu Fuss zum AMP-Tower, um die am Vortag verpasste Skytour nachzuholen. Die Tour ist eigentlich nur als Spass gedacht, jedoch sehr sehens- und mitmachenswert. Es wird etwas über Australien erzählt und dabei wir man verschiedenen Effekten, sowohl akustischer und visueller, als auch "mechanischer" Art ausgesetzt.
Danach wollten wir mit der Monorail zum Aquarium fahren. Als wir aber den Preis erfuhren, entschieden wir uns, nicht nur die eine Station zum Aquarium, sondern die ganze Runde plus die eine Station zu fahren. In der Bahn sass ein älteres Ehepaar, das die Runde schon zum zweiten mal machte, weil es die Station zum Aussteigen zum Casino verpasst hatte.
Wir trieben uns dann gut zwei Stunden im Aquarium rum und als wir gegen 18.30 wieder rauskamen, stellten wir fest, dass es inzwischen angefangen hatte, zu regnen. Wir entschieden uns trotzdem zu einer etwas gewagten Tour: Wir gingen zur U-Bahn und fuhren mit dieser über die Harbor-Bridge. Dort suchten wir einen günstigen Fotopunkt auf und versuchten, ein paar Nachtaufnahmen von der Brücke, der Oper und der Skyline von Sydney hinzubekommen. Keine einfache Angelegenheit.
Zurück ging es wieder mit der Bahn und dann weiter zu Fuss zum HardRock-Cafe. Nachdem wir dort unser Abendbrot eingenommen hatten, gingen wir weiter zu unserem Quatier. Inzwischen waren wir beide etwas Fusslahm, immerhin sind wir insgesamt fast 15km durch die Stadt gelaufen. Entsprechend müde waren wir, als wir wieder im Quartier angekommen waren...
Über den heutigen Tag gibt es eigentlich nicht viel zu berichten. Nach Auschecken aus dem Backpackers Hostel haben wir wieder in dem gleichen Cafe gefrühstückt, wie gestern. Danach ging es zum Auto. Nachdem Alles ordentlich verstaut war, suchten wir erst einmal auf der Karte einen Weg aus Sydney heraus. Gar nicht so einfach. Natürlich hat das, was wir uns auf der Karte herausgesucht hatten, nicht funktioniert. Wir haben einmal die Abfahrt verpasst und durften eine Ehrenrunde drehen ;) Irgendwann waren wir dann aber doch aus Sydney heraus. Nun hiess es wieder einmal nur fahren, fahren, fahren.
Nach 400km machten wir die erste Pause in einem kleinen Wildlife-Park bei Port Macquarie und schauten uns noch einmal Känguruhs, Koalas und Piepmätze an. Dort haben wir auch zwei Albino-Känguruhs gesehen. Das eine war ganz zutraulich, das zweite hat sich zwischen anderen Känguruhs versteckt.
Gegen 17.30 Uhr kamen wir in Coffs Harbor an. Aufgrund der Wetterlage entschieden wir uns, wieder mal einen Bungalow zu mieten. Irgendwie haben wir hier ein Tiefdruckgebiet erwischt, das sich erstmal ordentlich austoben will. Nunja müssen wir uns halt den Luxus eines richtigen Bettes, einer komplett eingerichteten Küche und eines festen Daches über dem Kopf gönnen. Ist zwar gut dreimal so teuer, wie ein Platz, um das Zelt hinzustellen, aber immer noch erträglich. Es darf nur nicht die nächsten zwei Wochen so weitergehen, denn das würde unser Finanz-Limit doch etwas ankratzen.
Morgen geht es weiter nach Surfers Paradise. Auch wieder einen halben Tag Autofahren...
Früh ging es von Coffs Harbor weiter nach Surfers Paradise. Die Strecke zog sich sehr lang und die Fahrerei wurde noch durch den Regen erschwert. Ja, es regnete wieder mal. In Surfers angekommen suchten wir uns als erstes ein Quartier. Wir entschieden uns für ein Backpackers-Hostel, das laut Lonely Planet mit 5 Sternen ausgezeichnet wurde. Es sah auch von aussen ganz gut aus. Vielfältige Betätigungsmöglichkeiten, Pool, Internet etc. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Auf unserem Zimmer angekommen überlegten wir, ob wir nicht gleich wieder abreisen. Der Ventilator im Zimmer hatte schon Ewigkeiten keine Reinigung erfahren, die Küche hätte auch mal wieder gereinigt werden können, im Bad (wanne und Dusche) waren die Armaturen total verkalkt und angekeimt und von den tropfenden Wasserhähnen ging eine Rostspur bis zum Abfluss. Wie war doch der schöne Spruch? "Es ist ja nur für eine Nacht"...
Da es glücklicherweise inzwischen aufgehört hatte, zu regnen, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. Dabei gingen wir auch ein Stück am STrand entlang. Ein paar Leute versuchten sogar, zu surfen. Nur waren recht wenige Wellen und so sassen sie meist nur auf ihren Brettern im Wasser und liessen sich treiben.
Im Stadtzentrum angekommen schlenderten wir durch die Einkaufsmeile, besuchten das HardRock-Cafe (nur zum T-Shirt-Kauf) und schauten mal in einem Internetcafe vorbei.
Da wir "Bergfest" hatten, wollten wir es uns mal richtig gut gehen lassen. Wir gingen in ein Restaurant in der Fussgängerzone (Charlie's). Dort gab es für Ramona toten Fisch und für mich ein saftiges T-Bone-Steak. War beides ganz lecker. Untermal wurde das von Live-Musik einer aufstrebenden Pop-/Rock-Gruppe. Hörte sich ganz gut an. Vollgefressen und faul liessen wir uns vom Taxi ins Hotel schaffen. In unserer Wohneinheit angekommen trafen wir auf unsere Mitbewohner für eine Nacht. Eine Finnin und einen Norweger, die aus ihrem alten Zimmer ausziehen mussten, weil es dort einen Fall von Käferbefall gab (Kaki's?). Die beiden waren vorher in Thailand und haben die Tierchen vielleicht von dort mitgebracht. Jedenfalls waren sie sich nicht sicher...
Die Unterhaltung war ganz lustig. Die beiden wollten noch etwas zum Abendbrot einkaufen und so verschwanden sie noch einmal. Wir schauten inzwischen auf dem Hotel-Video-Kanal, nein, nichts Unanständiges, sondern "Findet Nemo". Inzwischen kamen die beiden Anderen wieder. Nach Nemo kam Herr der Ringe, Teil 1. Da die Filme sehr lange gingen, schauten wir nur die erste Hälfte vom HdR und gingen dann ins Bett. Wir mussten ja früh wieder weiter...
Recht früh standen wir heute morgen auf. Von unseren beiden Mitbewohnern war noch nichts zu sehen. Nach einem schnellen Frühstück checkten wir aus, hatten ja heute noch viel vor. Mit einigen Problemchen ("Muss ich da abbiegen?" "Ähm, nein... oder äh, doch, da hättest Du abbiegen müssen...") waren wir dann auch bald aus Surfers Paradise raus und fuhren weiter Richtung Brisbane. Von der Stadt selbst sahen wir so gut wie gar nichts, denn der Highway führt daran vorbei. Dafür durften wir auf der Umgehung 2,20A$ Maut bezahlen. Ein kleines Entgeld dafür, dass wir uns nicht durch noch eine Stadt quälen mussten.
Etwas nördlich von Brisbane lag unser erstes Zeil, die Glasshouse Mountains. Hauptsächlich sind wir wegen den dort ansässigen Australia Zoo (bekannt aus der Fernsehsendung "Crocodile Hunter") dort hin gefahren, aber wir kamen nicht umhinn die Landschaft zu bewundern und den doch nicht kleinen Umweg zum Scenic-Lookout wahrzunehmen und die üblichen Fotos zu machen.
Gegen 13.00 Uhr kamen wir am Australia Zoo an, den man wegen der großen Werbetafeln nicht verfehlen kann. Wenn man gedacht hat, dass das ein kleines Gelände ist, dann ist man auf dem Holzweg. Der Leipziger Zoo ist etwa halb so gross... Leider hatten wir etwas Stress, denn unser Tagesziel lag noch mehr als 300km entfernt. Also hatten wir etwa 2h für den Zoobesuch geplant. Es wurde nur geringfügig länger, auch wenn wir etwas durchhasteten und einen großen Teil gar nicht beszuchen konnten. Aber Planung ist nun mal Planung und wenn man so unter Zeitdruck steht, wie wir, dann geht das nunmal nicht anders. Dafür war es auch ein teurer Spass, der pro Person 27A$ kostete.
Weiter ging es dann bis nach Bundaberg, wo wir dann auch im Dunkeln ankamen. Der Zeltaufbau gestaltete sich trotz der Dunkelheit recht einfach; ich parkte das Auto einfach so, dass wir Licht zum Aufbauen hatten. Da es zwar stockdunkel, aber absolut noch nicht spät war, schnappten wir uns unsere letzte Büchse Bier und eine große Flasche Cola und setzten uns zu ein paar Leuten in die Camping-Küche. Dort kam man dann auch ins Gespräch und es wurde ein noch ganz amüsanter Abend. Die anwesenden Aussies arbeiteten irgendwo auf einer Obstplantage und mussten früh raus, verabschiedeten sich also recht früh. Wir waren auch etwas müde vom Vorabend und zogen uns dann auch in unser Zelt zurück.
Aufstehen, Waschen, Frühstück, Zeltabbau... Langsam kommt Routine rein, wenn man nicht immer mal in einem festen Bau schlafen würde, käme Langeweile auf.
Als Erstes am heutigen Tag machten wir uns auf zur ansässigen Rum-Destille, welche den in Australien berühmten Bundaberg-Rum erzeugt. Dort nahemn wir an einer Führung teil (9,90A$ p.P.). Ich kannte die Führung von vor 7 Jahren, trotzdem hat sich Einiges geändert. Zunächst wurde ein Video mit allen aktuellen Werbefilmen und der Geschichte der Destillerie gezeigt. Sicherheitshinweise durften natürlich nicht fehlen. Danach ging es zum Melassespeicher, weiter zur Misch-, Gähr- und Destillationsanlage. In 40h wird die Melasse zu etwas mit 8% Akohol vergoren. Daraus wird dann 78%-iger Alkohol destilliert. Dieser wird wieder "verdünnt" und in große Eichenfässer gefüllt. Dort lagert er dann, bis zur Abfüllung. Einmal im Jahr sucht sich der "Kellermeister" ein Fass aus, das dann 10 Jahre stehen bleibt. Der Rum wird dann als "Black Bundaberg Rum" verkauft. Insgesamt sind auf dem Destillen-Gelände etwa 300 Fässer zu finden.
Zum Abschluss der Führung gab es noch einen Videofilm in der die Flaschenabfüllung und die Abfüllung des neuen Produkts (Bundy mit Cola) gezeigt wurde.
Im Anschluss an die Führung wurde verkostet. Man konnte auf die Eintrittskarte kostenlos zwei verschiedene Getränke bekommen. Dabei ein "teureres" und ein "preiswerteres". Wir entschieden uns für zwei Mixgetränke (Bundy mit Ingwer-Bier, Bundy mit Limette), den Bundy Likör und für mich als zweites Getränk etwas ohne Alkohol. War alles ganz lecker. Auf die Eintrittskarte gab es auch Vergünstigungen im Shop und so kaufte sich Ramona ein T-Shirt und ich eine Flasche 10 Jahre alten Bundaberg Rum :)
Nach dem Besuch der Destille ging es weiter nach Norden. Wir wollten so weit wie möglich fahren, damit wir am nächsten Tag nich so weit bis Airlie Beach fahren müssen. Unterwegs kamen wir bei den "Mystery Craters" vorbei, wo wir auch einen kurzen Zwischenstopp einlegten. Der Eintritt war mit 5A$ p.P. zwar nicht gerade geschenkt, aber wenn man schon mal da ist...
Nach der doch recht kurzen Besichtigung ging die Fahrt weiter. In Rockhampton machten wir einen weiteren Zwischenstopp bei "Sizzler". "Sizzler" ist eine Restaurantkette, bei der man für relativ gutes Geld reichlich essen kann...
Vollgestopft ging es dann an die letzten Kilometer. Wir schafften es bis Marlborough. Wir hätten zwar auch weiter fahren können, waren aber nicht sicher, ob wir dann noch einen Campingplatz finden würden. Nach dem wir unser Zelt aufgebaut hatten, gingen wir noch auf ein Bier in das nahegelegene Restaurant. Dort hatten wir noch ein interessantes Gespräch mit einem Australier, der uns ein paar Infos zum Tauchen am Great Barrier Reef gab.
Irgendwie haben wir es uns mit dem Wetter verdorben, denn schon beim Aufstehen hatten wir einen leicht bewölkten Himmel über uns und auf der Fahrt nach Airlie Beach zogen immer mehr Wolken auf und man konnte es an einigen Stellen regnen sehen. Kurz vor Airlie Beach hatte der Regen dann auch uns erreicht. Wir machten Quartier in dem von uns vorher ausgesuchten Caravan Park, mussten diesmal aber mehr für den Bungalow bezahlen (75A$), als auf anderen Caravan Parks. Nunja, bei dem Regen blieb uns nicht viel anderes übrig. Da wir uns wegen den Wetteraussichten erkundigen wollten, fuhren wir noch einmal in den Ort. Dort waren die Leute in den Touristenbüros entweder zu faul oder zu uninteressiert, um uns das Wetter für morgen zu sagen. Also schauten wir selbst im Internet nach. Nunja, die Chancen stehen 50/50, dass es morgen trocken bleibt. Nach Einkauf im Bottleshop machten wir uns auf den Weg zum Flugplatz, um mal wegen einem Hubschrauberflug zu fragen. Optimistisch wie wir nun einmal sind, haben wir den dann auch erstmal gebucht, wenn auch noch nicht bezahlt (Flug nach Langford Island mit 1,5h Aufenthalt und Champagner-Picknick). Nach einem kurzen Einkauf ging es zurück ins Quartier, weil wir noch Wäsche waschen wollten (die Caravanparks haben hier Wäschereien zur Selbstbedienung mit Trockner etc.). Direkt neben der Wäscherei war ein Futterplatz für Vögel, wo um 16.30 Uhr eine Fütterung stattfinden sollten. Schon eine gute halbe Stunde vor der Fütterung waren die Bäume rundherum voll mit Lorikeets (bunte Vögel). Als dann der gute Mann mit dem Futter kam, brach die Hölle los und alle Vögel stürzten sich wie verrückt auf den Futterplatz und den Mann mit dem Futter. Er hatte auch kleinere Teller mit Griff dran, die er an die herumstehenden Leute verteilte und mit Futter füllte. Die geflügelten Hyänen stürzten sich nun auf die so bewaffneten Leute...
Irgendwann am späteren Nachmittag kamen wir auf die Idee, dass man den hiesigen Pool mit dazugehörigem Whirlpool doch mal ausprobieren könnte. Aufgrund des doch nicht soo guten Wetters hatten wir den Pool ganz für uns alleine. Auch ganz gut, um mal ein wenig zu relaxen.
Nach dem Frühstück checkten wir aus unserm Luxus-Bungalow aus. Noch eine Nacht konnten bzw. wollten wir uns nicht leisten. Das Wetter sah zwar nicht soo toll aus, aber wenigstens regnete es nicht und man konnte sogar wenige blaue Flecken am Himmel sehen. Wir fuhren erst einmal in die Stadt, um Postkarten zu kaufen und den Strand zu besichtigen. Nun muss man aber wissen, dass Airlie Beach eigentlich gar keinen so schönen Strand hat und der bei Ebbe noch schlechter aussieht... Gegen 11.00 Uhr fuhren wir zum Flugplatz, um zu hören, ob unser Flug nun stattfindet. Ja, er fand statt :) Trotzdem hatten wir jetzt immer noch gute zweieinhalb Stunden Zeit, die irgendwie herumgebracht werden mussten. Also noch einmal zurück in die Stadt.
Zunächst versuchten wir, ein ordentliches Foto von der Bucht hinzubekommen, in der Airlie Beach liegt. Leider ist das nicht so einfach möglich, weil die meisten Ausblicke von Hotels versperrt sind. Wenn man ein Zimmer in solch einem Hotel hat, hat man einen guten Blick, aber dahinter natürlich nicht mehr. Die restliche Zeit verbrachten wir mit Postkarten schreiben und Eis essen.
Wieder am Flugplatz mussten wir noch etwas warten, weil der Hubschrauber doch etwas später erst starten konnte. Also setzten wir uns noch einmal in die Bar am Flugplatz, tranken Milchshakes und spielten mit dem Papagei des Barbesitzers. Der Papagei wollte immer an unsere Getränke und wir mussten aufpassen, dass er die Becher nicht umkippte.
Dann war es endlich so weit. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung stiegen wir in den Heli, der uns nach Langford Island brachte. Der Flug war aufgrund des etwas stärkeren, böigen Windes etwas wackelig, so dass wir froh waren, als wir auf Langford Island standen. Der Pilot verabredete noch die Abholzeit und flog wieder davon. Schon auf dem Hinflug hatten wir gesehen, dass immer noch Ebbe war. Deshalb lag auch ein grosser Teil des Riffes, das die Insel umgab, sehr dicht unter der Wasseroberfläche. Das machte das Schnorcheln nahezu unmöglich. Nur ganz am anderen Ende der Insel konnte man etwas Strand erkennen. Wir nahmen uns vor, nach unserem Picknick dort hin zu wandern...
Schlaue Leute hatten auf der Insel eine Bank-Tisch-Kombination deponiert, die sogar etwas windstill aufgestellt war, so dass wir dort in Ruhe auspacken konnten. In unserem Picknick-Rucksack befanden sich zwei Boxen mit Wraps, gefüllt mit Salat und Hühnchen, zwei Boxen mit Früchten und einem Stück Kuchen (als Dessert), zwei kleine Packungen Saft, zwei Flaschen Wasser, eine Flasche Champagner und natürlich Gläser, Teller und Besteck. Viel zu viel, um das alles auf einmal zu vertilgen. Wir teilten uns eine Packung mit Wraps und eine Packung mit Obst, tranken jeder ein Glas Champagner und packten dann erstmal alles, bis auf den Champagner und die Gläser, wieder ein.
Inzwischen hatten wir auch gesehen, dass wir ja gar nicht so allein auf der Insel waren, sondern dass da noch zwei andere Leute herumliefen. Wahrscheinlich hatten diese den gleichen Flug gebucht, wie wir.
Trotzdem deponierten wir unseren Picknick-Rucksack in der Nähe des Landeplatzes und nachten uns auf den Weg zum anderen Ende der Insel, wo es etwas gab, das aussah, wie Strand. Wer schon einmal am Strand entlanggewandert ist, der weiss vielleicht, wie schnell man die Entfernungen unterschätzen kann. Wir brauchten fast 20 Minuten, um an das gesichtete Strandstpück zu kommen. Dort war dann auch zu sehen, dass auch dort die Korallen nicht weit weg waren. Ramona war es zu kalt und zu windig und ausserdem zu unsicher, dort ins Wasser zu gehen. Ich wagte es dennoch, wenn ich auch nicht tief ging. Aber genug, um ein wenig den Kopf unter Wasser zu stecken und ein paar Fotos zu machen.
Nach vielleicht 10 Minuten, die wir an der Stelle verweilt hatten, kam der Heli angeflogen und landete an der Stelle, wo er uns abgesetzt hatte. Ich war mir zwar ziemlich sicher, dass er nicht uns abholen will, sondern die anderen, aber so ganz halt doch nicht. In einer Alarmaktion kam ich aus dem Wasser, verstaute die Kamera und wir gingen wieder zum Landeplatz. Inzwischen waren die Anderen eingestiegen, der Heli hob ab und liess uns zurück. Unsere Zeit war aber auch bald ran, so dass wir nicht zu lange warten mussten, als wir wieder beim Landeplatz waren, und auch bald abgeholt wurden.
Auf dem Rückflug machten wir noch ein paar Fotos von "unserer" Insel und kurze Zeit später landeten wir auch schon wieder auf dem Flugplatz. Nur wenige Minuten nachdem wir mit unserem Auto schon wieder in Richtung Airlie Beach unterwegs waren, fing es an zu regnen. Wir hatten also wirklich noch Glück mit dem Wetter gehabt.
Der Regen hielt zwar nicht lange an, trotzdem entschlossen wir uns, Airlie Beach zu verlassen und weiter nach Norden zu fahren. Wir wollten wieder so weit wie möglich fahren. Da das Faren in der Dunkelheit nicht sonderlich sicher ist, Kängurus hüpfen gern auf den Highways rum, fuhren wir nur bis Ayr. Dort suchten wir uns ein Motel, denn unterwegs hatte es immer wieder mal kurz geregnet und wir wollten unser Zelt ja nicht einweichen. Das Motel lag etwas abseits vom Highway und war deshalb nicht nur sehr ruhig gelegen, sondern es war auch fast leer. Im Zimmer gab es einen Wasserkocher und die alte Dame an der Rezeption gab uns noch eine kleine Packung Milch für den Morgenkaffee und ein paar Waschlappen (die wir nicht brauchten, wir duschten lieber ordentlich). War jedenfalls das erste Mal, dass ich in einem Hotel/Motel Waschlappen bekommen habe :)
Pünktlich zum Checkout um 10.00 Uhr verliessen wir das Motel und fuhren weiter nach Townsville. Schon vor Townsville legten wir fest, auf welchem Caravanpark wir Quartier machen wollten. Wieder hatte es unterwegs geregnet, also wollten wir wieder einen Bungalow haben. Wir kehrten noch kurz im Besucherzentrum ein, um uns eine Karte von Townsville zu besorgen und fuhren dann zum Caravanpark, um den Bungalow zu belegen. Das klappte auch alles problemlos. Weiter ging es zum ReefHQ, ehemals Great Barrier Reef Wonderland, einem der größten Aquarien der Welt. Neben dem ReefHQ ist auch gleich ein IMAX-Kino, in dem ein Film über das Great Barrier Reef gezeigt wird. Da wir uns beides ansehen wollten, kauften wir uns Kombi-Tickets.
Der Film war der Gleiche, den ich schon vor 7 Jahren gesehen hatte und auch am Riff hatte sich nicht viel geändert. Gut, einige technische Neuerungen, wie z.B. Computer mit zusätzlichen Informationen, gab es. Als Einstimmung auf einen Tauchgang am echten Riff immerhin sehr gut geeignet.
Nach insgesamt 4h hatten wir genug besichtigt und Film geschaut und fuhren ins Stadtzentrum. Nun ist aber in Townsville am Nachmittag absolut nichts los. Die Einkaufsmeile war wie ausgestorben. Wir ärgerten uns ein wenig, dass wir so voreilig den Bungalow gemietet haben, denn eigentlich hätten wir jetzt weiterfahren können. Naja, wenigstens hatte der Caravanpark ja einen Pool...
...nur war letzterer wirklich nicht soo toll. Im Pool schwamm noch der Schlauch vom automatischen Reiniger, das Wasser roch nicht sonderlich gut und der Whirlpool war ausser Betrieb. Alles in Allem enttäuschend für einen "Top Tourist Park". Eine Dusche half erstmal etwas weiter. Wir vergammelten den restlichen Nachmittag vor dem Fernseher. Ab und zu wurden wir von einem klatschenden, uns unerklärlichen Geräusch, hochgeschreckt.
Etwas später am Abend fanden wir dann die Erklärung: In unserer Toiletten-Zelle sassen insgesamt 3 Frösche, die, wenn sie herumsprangen, dieses Geräusch erzeugten. Wir setzten die Tierchen an die frische Luft und bekamen so etwas mehr Ruhe für die Nacht...
Eigentlich wollten wir uns beim Auschecken wegen der Frösche Luft machen, klemmten uns das dann aber. Dafür bekamen wir einen Gutschein für 10% Diskount im Paronella-Park. Wir wussten zwar nicht viel über den Park, da er uns aber von mehreren Seiten empfohlen wurde, wollten wir ihn uns auch ansehen.
Jose Paronella war ein Spanier, der nach Australien gekommen war, zuerst auf Zuckerrohr-Farmen arbeitete und später dann mehrere bankrotte Zuckerrohr-Farmen aufgekauft, aufgepäppelt und wieder verkauft hat. Damit hatte er eine Menge Geld gemacht. Er ging 1924 zurück nach Hause, um seine Jugendliebe Margarita zu heiraten, kam dann aber etwa 1925 wieder zurück nach Australien, um seinen Traum zu verwirklichen: er kaufte 1929 13ha Land, auf die er dann bis 1935 mitten in den Regenwald ein Schloss und ein Wasserkraftwerk, um Strom zu erzeugen, baute. Ausserdem legte er eine umfangreiche Parkanlage mit verschiedenen landschaftgärtnerischen Rafinessen (Wasserfälle, Tunnel etc.) an. Leider hatte er und seine Familie mit vielen Probleme (Brand, Hochwasser) zu kämpfen. Irgendwann nachdem Jose gestorben war, wurde der Park verkauft und die neuen Besitzer erhalten nur noch das Vorhandene. Teilweise sind die Bauten mit Pflanzen bewachsen und bei der Betrachtung stellt sich ein gewissens Indiana Jones Feeling ein.
Wenn man die Zeit hat, lohnt sich der Besuch des Parks auf jeden Fall! Interessant war auch die etwas abenteuerliche Strasse, die durch Zuckerrohrfelder und ab und zu über sehr schmale Holzbrücken führt.
Vom Park aus ging es weiter zum ausgesuchten Caravan-Park bei Cairns. Diesmal sollte es der Park sein, in dem ich schon vor 7 Jahren gewesen bin, das Cairns Coconut Caravan Resort (CCCR). Allerdings wollten wir uns für die letzten Tage wieder den Luxus eines Bungalows gönnen.
Leider war keiner mehr mit Dusche frei, aber wir wollten ja eh auf eine mehrtägige Tauchtour gehen, so dass wir nicht so lange in dem Bungalow bleiben würden. Wir bucten auch erstmal nur eine Nacht. An der Rezeption konnte man auch Touren bucht und wir deckten uns mit den Prospekten zu Tauchtouren ein. Im Bungalow wurde dann gesiebt. Die Entscheidung fiel auf "Downunder Dive", welche für 400A$ eine 3Tage/2Nächte Tour mit 10 Tauchgängen anboten. Zusätzlich zu dem Preis kamen noch 20A$p.P.p.Nacht für eine Twin-Kabine und 6$p.P.p.Tag Reef-Tax dazu. Die Tatsache, dass das Segelschiff einen Frischwasser-Whirlpool an Deck hatte, trug nur einen kleinerern Beitrag zur Entscheidung bei.
Gebucht haben wir dann auch an der Rezeption, wo dann auch gleich der Transfer, die Aufbewahrung unseres Autos und die Reservierung eines komplett ausgestatteten Bungalows für die restlichen Tage geklärt wurde.
Zum Abendessen ging es mal wieder zu Sizzler und danach zum Bier holen in den Bottleshop. Irgendwie haben wir uns auf dem Rückweg zum CCCR noch verfahren, haben den Park dann aber doch wieder gefunden.
Bevor wir uns endgültig in den Bungalow zurückgezogen haben, sind wir noch einmal über den Caravan-Park gelaufen und haben uns Pool, Tennis- und Minigolf-Platz angesehen und nachgeschaut, was es dort sonst noch so an Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gibt.
Nach den langen Fahrten der letzten Tage hatten wir es nötig, mal etwas länger zu schlafen. Deshalb waren wir auch erst gegen 10.00 Uhr mit dem Frühstück fertig und gegen 12.00 Uhr bei der SkyRail. Die SkyRail ist eine Seilbahn, die einen über den Regenwald nördlich von Cairns nach Kuranda bringt. Von der Bahn aus hat man einen schönen Ausblick und kann an den zwei Umsteigestationen kurze Wanderungen durch den Regenwald unternehmen. In Kuranda selbst kann man auch etwas herumlaufen und in den verschiedenen Läden Souveniers kaufen...
Von Kuranda aus ging es mit der ScenicRailway zuück nach Freshwater und von dort aus mit dem Bus zur Talstation der SkyRail. Die ScenicRailway ist wegen der schönen Aussichten auch recht empfehlenswert.
Da wir uns viel Zeit gelassen hatten, waren wir erst sehr spät in Cairns. Ich musste unbedingt noch die Fotos von den Speicherkarten auf CD spielen lassen, da ich die Karten beim Tauchen brauchen würde. Leider fanden wir nicht so schnell ein Internet-Cafe, wo wir das machen konnten. Es mangelte überall an einem Lesegerät für die Speicherkarten. Da es immer später wurde, wandten wir uns an einen Fotohändler, der auf einer Werbetafel anbot, Speicherkarten auf CD zu überspielen. Leider stand da nicht der Preis und in der Hektik hatten wir auch vergessen, danach zu fragen. Der Laden machte normalerweise 18.00 Uhr zu und es war 17.45 Uhr und es musste sofort gemacht werden... Böser Fehler!!! Habe ich in Sydney die Speicherkarten im Internetcafe selbst überspielt, und dort für Internet und CD-Rohling zusammen 5,60A$ bezahlt, so musste ich jetzt 51,40A$ bezahlen! Das ist fast das 10-fache! Ich bin fast umgefallen, als ich den Preis hörte, aber was sollte ich machen? War ja meine eigene Blödheit und ich brauchte die Karten :( Wir schauten uns im nächsten Internetcafe erstmal die Bilder an und liessen ein wenig unseren Frust ab. Ich habe mich extrem geärgert, denn für weniger als die Hälfte des Geldes hätte ich im Computerladen um die Ecke einen Kartenleser kaufen und die CD dann selbst brennen können...
Um 05.30 Uhr klingelte unser Wecker und um 07.10 Uhr brachte uns ein Bus zur Tauchbasis von "Downunder Dive". Dort mussten wir noch die Reef-Tax (6A$ p.P.p.Tag) bezahlen. Danach ging es weiter zum Hafen und dort auf den Katamaran "SuperCat", der uns erstmal zum Tauchen ans Riff und später zum Atlantic Clipper bringen sollte.
Der Katamaran war vollgestopft mit Tauchern, Schnorchlern, Tauchschülern und Leuten, die mal probieren wollten, zu tauchen. Dabei waren auch noch Tagesausflügler und Leute, die später auf den Clipper umsteigen wollten, gemischt. Es herrschte ein heilloses Chaos und nicht alle Leute fanden einen ordentlichen Sitzplatz...
Das Riff, das als Erstes angesteueert wurde, war das Hastings Reef. Dort sollte unser erster Tauchgang stattfinden. Man konnte wählen zwischen geführtem und ungeführtem Tauchgang. Ramona und ich entschieden uns für einen geführten Tauchgang, da Ramona sich nicht so sicher führte und ich dachte, dass sie mit einem höherem Gefühl der Sicherheit weniger schnell panisch werden würde. Da erst sehr spät mit dem Briefing angefangen wurde, musste plötzlich alles sehr schnell gehen. Hektik machte sich breit. Die zertifizierten Taucher sollten als Erste ins Wasser und so sollte man innerhalb von 15 Minuten nach dem Briefing komplett umgezogen auf dem unteren Deck stehen. Allein das war schon Stress. Dann mussten alle Leute ins Wasser. Wie wir erst jetzt bemerkten, bestand die Gruppe für den geführten Tauchgang aus 7 Leuten plus dem Guide. Meiner Meinung nach viel zu viele Leute. Der Guide war als erster im Wasser und alle anderen hüpften hinterher. Ramona bekam schon jetzt etwas Panik, was sich noch verschlimmerte, als die Maske anfing zu beschlagen. Wenn man schon im Wasser ist und so wenig Erfahrung hat, keine einfache Sache. Der Guide fing an, Druck zu machen und die Ersten tauchten mit ihm zusammen an der Ankerleine ab, obwohl noch nicht mal alle Leute dort waren. Ramona bekam nun vollends Panik und brach den Tauchgang ab, obwohl sie noch nicht mal den Kopf unter Wasser gesteckt hatte. Sie ging zurück an Bord und ich tauchte den Anderen hinterher. Beim Abtauchen traf ich noch auf eine junge Frau, die Probleme mit dem Druckausgleich hatte. Sie zeigte mir, dass auch sie wieder auftauchen wird. Am Fusse der Ankerleine angekommen, schaute mich der Guide ganz verdutzt an. Immerhin fehlten ihm noch zwei Leute. Ich versuchte, begreiflich zu machen, dass die aus dem Wasser gegangen sind, trotzdem tauchte er noch einmal auf, um sich zu vergewissern, dass die auch wirklich draussen sind.
Der restliche Tauchgang war dann auch so, wie ich es jetzt erwartet hatte. Es wurde ein hektisches Herumgeschwimme, bei dem man das Fotografieren vergessen konnte. Erschwert wurde der Tauchgang noch dadurch, dass alle Leute die gleiche Ausrüstung hatten, also unter Wasser kaum zu unterscheiden waren. Man musste also ständig den Buddy suchen und konnte kaum ein Auge auf das Riff werfen...
Durch diesen Tauchgang etwas abgeschreckt ging die Fahrt weiter zum Atlantic Clipper. Irgendwie ging es mir nicht so gut. Wahrscheinlich eine Mischung aus Seekrankheit, Sonnenstich und Depression über den verpatzten Tauchgang. Ich nahm zwei Pillen gegen Seekrankheit (irgendwas mit Ingwer) und danach ging es wieder besser. Ich machte mir etwas Sorgen, was wohl wäre, wenn die ganzen 3 Tage solche Hektik herrschen würde...
Irgendwann kamen wir dann endlich am Clipper an. Nach dem Umsteigen, Einweisung und der Zuweisung der Quartiere sollte der nächste Tauchgang stattfinden. Wieder geführt, dafür aber in kleineren Gruppen. Ramona wollte trotzdem nicht mit und bleib in unserer Kajüte in der Koje liegen. Ihr ging es auch nicht so gut, wahrscheinlich so, wie mir vorher.
Der Tauchgang selbst war so, wie ich ihn mir vorstellte. Da Ramona nicht mit wollte, bestand unsere Gruppe aus 3 Leuten plus dem Guide. Alles wurde ruhig und ohne viel Hektik angegangen. Leider verbrauchte ich wieder etwas viel Luft, so dass wir nach ca. 30min auftauchen mussten. Das Riff (Norman Reef) war auch etwas schöner, als das vom vorherigen Tauchgang. Aber vielleicht lag das auch daran, dass man diesmal viel entspannter tauchen konnte und mehr Zeit hatte, sich umzusehen. Der Atlantic Clipper und seine Besatzung machte auf jeden Fall einen viel besseren Eindruck, als der Katamaran. Das Salz wurde nach dem Tauchgang bei einem Bad im Whirlpool abgespült.
Für den Abend war noch ein Nachttauchgang geplant. Dieser wurde noch interessanter, als durch ins Wasser gekippte Essensreste vom Abendbrot zwei Haie angelockt wurden, die zwischen den anderen Fischen umherschwammen. Es waren zwar nur Weissspitzen-Riffhaie, wie man deutlich erkennen konnte, trotzdem verzichteten einige Leute jetzt auf den Nachttauchgang. Großer Blödsinn, denn die kleinen Tierchen waren schon längst verschwunden, als wir im Wasser waren. Also wieder nichts mit Haie in freier Wildbahn erleben...
Durch den Stress vom Vortag waren wir zu müde, um zum Early Morning Dive aufzustehen. Erst zum Frühstück kamen wir aus unseren Kojen. Nach dem Frühstück setzetn wir Segel und das Schiff fuhr zum Saxon Reef.
Heute wollte Ramona sich dann auch noch einmal trauen. Allein mit mir. Gaaaaanz gemütlich machten wir uns fertig und sprangen ins Wasser. Eigentlich wollte ich die Kamera an Bord lassen, habe sie aber doch mitgenommen. War auch ganz gut so, denn Ramona kam ganz gut zurecht, so dass ich in Ruhe fotografieren konnte. Highlights des Tauchganges waren ein Blaupunkt-Rochen und eine Schildkröte. Nach einer halben Stunde hatte Ramona erstmal genug, die Luft war auch fast alle, und wir gingen zurück an Bord.
Nach dem Mittag durften erstmal nur die Abreisenden Leute tauchen gehen, bevor der Katamaran kam, sie abholte und neue Leute brachte. Deshalb bildeten sich teilweise neue Buddy-Teams unter den verbleibenden Leuten und den Neuankömmlingen. Wir hatten schon vorher mit Daniel aus der Schweiz geschwatzt, der zusammen mit uns an Bord gekommen war und so schloss er sich uns bei unserem nächsten Tauchgang an. Es wurde ein schöner, ruhiger, 43-minütiger Tauchgang mit vielen Fischen und ein paar schönen Fotos.
Auch den heutigen Nachttauchgang wollte Ramona nicht mitmachen. Also wollte ich mit Daniel allein gehen. Zu uns gesellte sich Maret, die neu an Bord gekommen war und keinen Buddy hatte. Auch dieser Tauchgang wurde ruhig angegangen. Die ganze Zeit wurden wir von "Fressmaschinen" begleitet, die unsere Taucherlampen als Suchscheinwerfer für ihre Beutezüge verwendeten. Etwas abgelenkt davon und durch das Herumgeschwimme im flachen Riffbereich, navigierten wir auf dem Rückweg klassisch an der Ankerleine vorbei. Kurz bevor wir zur Orientierung auftauchten, sahen wir im Wasser einen Weisspitzen-Riffhai. Leider zu weit weg, um ihn zu fotografieren. Getröstet wurden wir beim Rückweg zum Schiff an der Oberfläche von einem herrlichen Sternenhimmel. Schade, dass man soetwas nicht so einfach fotografieren kann.
An diesem letzten Tag wollte ich mir auf jeden Fall noch den Early Morning Dive gönnen. Kurz vor Sonnenaufgang standen wir an Deck des Clippers und legten die Ausrüstung an. Mit den ersten Sonnenstrahlen sprangen wir ins Wasser. Anfangs war es etwas dunkler, da die Sonne ja noch nicht so sehr hoch stand, aber mit fortschreitender Zeit wurde es immer heller und immer mehr Fische waren zu sehen.
Nach dem Frühstück wurde wieder zum Norman Reef gesegelt. Wir waren da zwar schon, aber man kann ja immer und überall im Riff neue und interessante Dinge entdecken.
Am Norman Reef wollte Ramona mal wieder mit Tauchen gehen. Also waren wir jetzt eine 4-er Gruppe. Beim Einstieg war es etwas hektischer und auch unter Wasser wurde schneller geschwommen. Sehr zum Nachteil der Tauchzeit. Ausserdem wurde, dachdem Ramona 100bar gemeldet hatte, noch weiter gegen die Strömung von der Ankerleine weg geschwommen. Für mich unverständlich und ärgerlich, denn als wir endlich Maret erreicht hatten, die diesmal vorn schwamm, hatte Ramona nur noch 60bar auf der Flasche. Zu wenig um zurück zu tauchen. Also stiegen Ramona und ich nach 25min allein langsam auf und schwammen an der Oberfläche zurück zum Schiff. Ich war etwas sauer, weil ich noch mehr als 100 bar Luft auf der Flasche hatte, also gut wieder die 45min-Marke hätte schaffen können...
Nach dem Mittag durften alle, die den Clipper verlassen mussten, den letzten Tauchgang machen. Ramona wollte nicht, weil ihr das danach wieder zu stressig geworden wäre. Also tauchte ich wieder mit Daniel und Maret. Zuerst ging es zur Cave of Death. In der Höhle ist zwar noch niemand gestorben, aber sie ist etwas dunkel und unheimlich. Da durch zu schwimmen ist aber absolut harmlos, denn man hat genug Platz und ausserdem kann man vom Eingang aus schon den Ausgang sehen. Dann suchten wir noch einmal den Tunnel of Love, den wir beim ersten Tauchgang verpasst hatten. Auch diesmal fanden wir ihn irgendwie nicht. Dafür sahen wir eine Schildkröte. Eine andere Gruppe Taucher kam von der Seite und musste sich auf das arme Tier stürzen und es angrapschen. Darauf, dass ich die Kamera mit hatte und vielleicht ein Foto machen wollte, wurde keine Rücksicht genommen. Glücklicherweise bleib sie noch etwas an der Stelle, so dass ich noch fotografieren konnte, als die Anderen weg waren...
Danach ging es zurück zum Boot. Ich hatte ein paar Probleme, die Tiefe zu halten und war plötzlich doch etwas tiefer als geplant. Also, wieder hoch zu den anderen beiden und weiter. Ich führte sie fast direkt zur Ankerleine. Inzwischen war auch der Katamaran angekommen. Die neuen Leute sassen schon auf dem Clipper und wir mussten unser Zeug zusammenpacken. Als alle fertig waren, wechselten wir auf die SuperCat und es ging direkt zurück nach Cairns. Vom Hafen ging es mit dem Bus zur Tauchshop und von dort wurden die Leute verteilt und zu den Unterkünften gebracht. Wir mussten etwas länger warten, weil wir am weitesten draussen wohnen und waren erst gegen 17.30 Uhr beim Caravanpark. Dort konnten wir diesmal einen Bungalow mit Dusche und Toilette beziehen. Die Dusche war nach diesen Tagen im salzigen Wasser dringend notwendig...
Heute fuhren wir, nachdem wir erstmal ausgeschlafen hatten, zum Flughafen, um unsere Rückflüge zu bestätigen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass das bei Qantas nicht notwendig ist. War mir zwar neu, aber man lernt ja nie aus. Ausserdem wussten wir jetzt auch gleich, wo wir das Auto abgeben mussten und wie lange wir zum Flughafen brauchen werden. Danach fuhren wir noch einmal in die Stadt und spazierten zum Hafen, um noch ein paar Fotos zu machen. Da uns die Hitze doch etwas zu schaffen machte, war das kein sonderliches Vergnügen. Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir an dem Ort vorbei, wo das "Reef Teach" angeboten wurde. Da wir davon schon interessante Meinungen gehört hatten, schrieben wir uns für den heutigen Kurs ein (13A$ p.P.). Danach ging es zum Bungalow zurück, wo wir schon mal langsam anfingen, unsere Sachen aus den Auto zu nehmen und zusammen zu packen. Ausserdem mussten wir noch einmal Wäsche waschen. Waschmaschine und Trockner liefen so lange, dass wir uns beeilen mussten, um pünktlich zum Reef Teach zu erscheinen.
Das Reef Teach ist im Prinzip ein Kurs, in dem man lernt, die einzelnen Tiere am Riff zu bestimmen. Ausserdem kriegt man noch einmal gesagt, was man machen darf und was man tunlichst unterlassen sollte. Die Art und Weise, wie das herübergebracht wird, ist sehr humorvoll gehalten. Eigentlich ist dieser Vortrag ein Muss für jeden, der am Riff tauchen gehen will.
Nachdem der Kurs zuende war, gingen wir ins Restaurant "Dundee's" um dort zu essen. Es war dort zwar etwas teurer, aber wir wollten noch einmal australisch Essen gehen und da wir den morgigen Abend auch schon verplant haben, blieben wir halt dort. Das Essen war auch ganz gut, wenn auch die Bedienung etwas herumschlamperte (die Vorspeise kam nach dem Hauptgang und der bestellte Salat blieb ganz weg). Dafür sparten wir uns das Trinkgeld... Da ich fahren musste, blieb ich bei alkoholfreien Getränken und trinke jetzt im Bungalow mein Bier.
Heute wollten wir einfach mal den letzten Urlaubstag geniessen. Also wurde etwas länger geschlafen. So ganz mit geniessen war dann doch nicht, weil wirja noch weiter die Sachen zusammenpacken mussten.
Am Nachmittag gingen wir an den Pool, den Ramona hatte eine Massage (15min für 10A$) gebucht. Ich hatte etwas mit Kopfschmerzen zu tun. Vielleicht hilft dagegen auch Massage? Also haben wir gefragt und ich wurde auch eine Viertelstunde bearbeitet. Ich kann nur sagen: sehr entspannend :)
Lange konnten wir uns danach aber nicht mehr am Pool, aufhalten, denn wir wollten noch zum Aboriginal-Kulturzentrum nach Tjapukai zum "Tjapukai by night". Dort sollte es dann eine Show und etwas zu Essen geben.
Bei Tjapukai angekommen hatten wir noch viel Zeit. Also gingen wir erstmal in den angelegenen Shop und schauten und T-Shirts an. Natürlich wurden auch welche gekauft. Als das Herumstöbern im Laden zu langweilig wurde, setzten wir uns in die Empfangshalle. Durt muss gerade ein Bus Japaner ausgekippt worden sein, denn es wimmelte nur so von denen.
Gegen 19.30 Uhr öffneten sich die Türen zum "Magic Space", einer Bildergalerie, in der auch die Empfangsshow stattfinden sollte. Zunächst hate man Zeit, die Bilder zu betrachten. Irgendwann wurde es plötzlich dunkel und eine bunt bemalte Gestalt tauchte auf und eine Stimme erzählte die Geschichte der Dreamtime. Effektvoll wurden wir dazu eingeladen, durch eine andere Tür den aufgetauchten Aboriginals zu folgen.
Diese statteten uns mit Schlaghölzern aus und führten uns an einen See. Dort wurde erstmal Feuer "gemacht". Wie genau das war, erzähle ich im endgültigen Bericht (jemand soll den ja auch mal lesen ;))
Danach ging es dann ins Restaurant, wo nach einem opulenten Mahl vom Buffet die Tanzshow stattfand. Es wurden u.A. das Känguru und der Casuar gezeigt und eine Jagdszene. Viel zu schnell war die Zeit rum. Die Leute von der Tanzgruppe gingen danach raus zum Feuer und man konnte sich dazu setzen. Leider waren zu viele Japaner da, die nur Fotos machen wollten, so dass eine ordentliche Unterhaltung kaum zustande kam. Als alle Japaner weg waren, sassen nur noch wir und ein anderes deutsches Paar mit den Aboriginals am Feuer. Letztere hatten jetzt aber auch keine rechte Lust mehr und so verabschiedeten wir uns.
Früh um 05.30 Uhr riss uns heute der Wecker aus dem Schlaf. Abreise. Wir machten gemütlich Frühstück, luden unsere Sachen ins Auto und fuhren um 08.00 Uhr vom Caravanpark aus in Richtung Flughafen, wo wir um 09.00 Uhr unser Auto abgeben mussten.
Am Hertz-Schalter war natürlich niemand, also deponierten wir den Schlüssel und die Papiere in der Box für die Express-Rückgabe.
CheckIn für unseren Flug startete erst um 09.30 Uhr, also hiess es wieder einmal, warten... Irgendwann ging es dann los und wir bekamen sogar ohne Probleme unsere 12Kg Übergepäck durch den CheckIn. "Is there Dive-equipment in this case?" "Yes." :) War ja auch so, nur dass in den DivePak auch noch das Zelt und diverse andere Campingausrüstung war...
Nach dem CheckIn hatten wir noch mehr als 4 Stunden Zeit, bevor wir in den Flieger konnten. Diese Zeit wurde mit Lesen, Duty-Free-Shop-Bummel, Restgeld-Ausgeben und rumsitzen verbracht. Wieder in die Stadt fahren wollten wir nicht, war dort eh nur warm und wäre mit dem schweren Handgepäck auch anstrengend geworden. Ausserdem konnte ich auch am Hertz-Schalter jemanden abpassen, der mir eine ordentliche Rechnung ausdruckte. Damit brauche ich mir auch keinen Kopf mehr um die Kratzer an der Stossstange machen, die irgendwann mal an dem Auto aufgetaucht sind...
Endlich im Flieger dachten wir, dass es endlich los gehen würde, aber weit gefehlt: die Maschine rollte vom Vorstrat noch einmal an das Gate zurück und wir mussten warten. Der Kapitän meinte, dass es irgendwelche Probleme mit dem Treibstoff gegeben hat. Und sie deshalb zurückgefahren sind. Insgesamt standen wir eine Stunde zusätzlich dort rum.
In Singapur wollte ich die Gelegenheit des kostelosen Internet nutzen, um die letzten Berichte hochzuspielen, aber irgendwas haben die dort geändert, jedenfalls bakam ich mit WWW immer nur die Gateway-Seite von dem Internetprovider und mit per eMail immer nur eine eMail von selbigem. Anscheined auch über einen Proxy. Jedenfalls konnte ich meinen Bericht nicht loswerden, sondern habe halt nur frustriert eine kurze Meldung abgegeben. 22.55 Uhr ging es dann weiter nach Frankfurt.
Wir sind wieder zu Hause!!!
Eigentlich viel früher als erwartet, denn normalerweise wären wir erst Nachmittags in Dresden gewesen, konnten aber durch etwas Glück früher von Frankfurt weiterfliegen: wir sind gleich nach der Landung zum Lufthansa-Terminal gegangen. Dort wollten wir versuchen, schon unsere Bordkarten für den Weiterflug zu bekommen. Glücklicherweise landeten wir erstmal bei einem Transfer-Schalter. Dort fragten wir nach den Bordkarten. Ja, wir würden die schon bekommen können, aber an einem anderen Schalter. Auch wenn wir erst Nachmittags fliegen? "Nachmittags? Zeigen Sie mir bitte mal ihr Ticket!" Ramona meinte dann, ob es vielleicht möglich wäre, früher zu fliegen (weil in der Zwischenzeit noch zwei andere Maschinen nach Dresden geflogen sind). Der gute Mann an dem Schalter konnte doch tatsächlich unsere Flüge umbuchen und weil es auch für Lufthansa von Vorteil war, brauchten wir nicht einmal Gebühren bezahlen! Ich kann da nur noch sagen: Vielen Dank für den guten Service!
Nun hatten wir ein anderes Problem: unseren Abholservice hatten wir zu 13.45 Uhr bestellt. Micha und Simone hatten sich freundlicherweise wieder bereiterklärt, uns zu fahren. Nunja, würden wir halt mit dem Taxi fahren, eine Noch eine kurze SMS geschickt und ab ging es nach Dresden. Dort angekommen erhielt ich eine SMS, dass uns Micha doch abholen würde, ich müsse nur anrufen, wenn wir gelandet sind. Also tat ich das und gegen 8.30 waren wir dann zu Hause.
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