Griechenland 2000

Angeregt durch die Erzählungen von meinem ersten Griechenland-Urlaub wollte meine Frau auch einmal griechische Luft schnuppern. Also wurde der Urlaub 2000 nach Griechenland geplant. Wir wollten mal einen ganz ruhigen Urlaub machen, ohne viel Stress und nahmen ein Pauschalangebot wahr. Eine Reise von 14 Tagen Dauer ins Chrousso Village auf Kassandra (Chalkidiki). Der Flug ging direkt von Dresden nach Thessaloniki, also waren auch dort keine größeren Anstrengungen zu erwarten... Gebucht haben wir das Genze im hiesigen ADAC-Reisebüro. Alles ganz unproblematisch.

Aufbruch

Der Flug von Dresden nach Thessaloniki ging recht schnell vorbei. Auf dem dortigen Flughafen wurden wir von jemandem von Kreutzer-Reisen in Empfang genommen und unserem Bus zugewiesen, der uns zum Hotel bringen sollte. Ab jetzt hiess es warten. Warten auf die anderen Leute, die mit dem Bus an Ihre Unterkünfte gebracht werden sollten, die aber noch gar nicht gelandet waren... Insgesamt warteten wir wohl so etwa 1 1/2 Stunden, bis es dann endlich los ging. Wir kleckerten auf der Fahrt alle Hotels auf dem Weg ab und immer stiegen nur ein paar Leutchen aus. Zum Schluss waren nur noch Ramona und ich im Bus. Unser Hotel lag ganz am Ende der Route, an der Spitze der Halbinsel Kassandra.

Endlich im Hotel angekommen wollten wir nur noch ins Bett. Der gute Mann an der Rezeption meinte zu meinem "Kali Mera", dass man das mehr am Morgen sagt, jetzt wäre "Kali Spera" angebrachter. Dass es jetzt ja schon nach 0 Uhr und damit schonwieder morgen ist, brachte ihm nur ein müdes Lächen ins Gesicht. Er war etwas in Sorge, weil wir nur zu zweit angekommen waren, er aber noch 10 weitere Leute erwartete (mit anderen Worten: seine Nacht war noch nicht vorbei). Nachdem wir unseren Schlüssel bekommen hatten, begaben wir uns ins Zimmer und fielen erstmal auf's Bett...

Kampf den Spinnen

Wir hatten ein schönes Zimmer im Souterrain, mit einer Terrasse, bekommen. An sich nicht schlecht, nur mit einem entscheidenen Nachteil behaftet: alles Getier, das im Erdnähe wohnt, tummelte sich auch bei uns im Zimmer. Da es keine andere Lüftungsmöglichkeit gab, mussten wir die Terrassentür offen lassen, damit wir nicht vor Hitze umkamen und erlaubten somit noch mehr dieser kleinen ungebetenen Gäste den Zutritt zu unserem Zimmer. Da das für uns ein unhaltbarer Zustand war, wollten wir das Zimmer wechseln. An der Rezeption sagte man uns, das wir das mit unserer Reiseleiterin klären müssen, mit der wir uns eh in wenigen Minuten treffen sollten. Ich jagte also erstmal Spinnen...

Die Reiseleiterin redete für uns mit den Leuten an der Rezeption. Sie konnte für uns auch einen Zimmerwechsel arrangieren, allerdings war das wegen der vollen Belegung der Anlage erst in 5 Tagen möglich. Wir mussten also noch weitere 4 Nächte in dem Zimmer verbringen. Irgendwie schafften wir das auch, mussten nur halt immer wieder Spinnen jagen...

Freizeitgestaltung

Unsere Reiseleiterin machte uns verschiedene Angebote der Urlaubsgestaltung. So standen nach dem Gespräch mit Ihr eine Schiffsfahrt zum Berg Athos, eine Busfahrt zur Höhle von Petralona, eine Fahrt zu den Klöstern von Meteora und eine Kreuzfahrt auf einem "Piratenschiff" durch die Bucht zwischen Sithonia und Kassandra auf unserem Programm. Da wir zwei Wochen unterwegs waren, hatten wir alles so geplant, dass wir jede Woche zwei Touren hatten. So sollte wenigstens keine Langeweile aufkommen. Damit wir auch noch etwas mehr von Kassandra sehen konnten, wollten wir auch für drei Tage ein Auto mieten. Als Vermieter schwebte mir Hertz vor, hatte ich doch das Vermietbüro schon auf dem Weg vom Flughafen gesehen, die Reiseleiterin überredete uns aber zu AVIS. Ich hatte mit AVIS schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht, war also nicht sonderlich begeistert, liess mich aber doch breitschlagen. Dass meine Zweifel begründet waren, stellte sich aber erst später heraus...

Unser Hotel hatte zwar mehrere Pools, lag aber auch in der Nähe (ca. 400m) eines sehr schönen Sandstrandes. Wer, wie ich, lieber im Meer badet, als im gechlorten Poolwasser, dem sind die paar Meter bis zum Strand nicht zu lang. Der Strand war am Morgen relativ leer, füllte sich aber im Laufe des Tages. Den ersten Tag waren wir noch so unerfahren, uns in die Sonne zu legen, wo es dann gegen Mittag nicht mehr auszuhalten war, so dass wir uns ins Hotel zurückziehen mussten. Die Schattenplätze waren natürlich inzwischen alle belegt. Die nächsten Tage waren wir dann schlauer...

In unserem Hotel war eine Tauchbasis (Triton) untergebracht. Leider hatte ich zu der Zeit noch keinen Tauchschein und so habe ich die Möglichkeit in Griechenland zu tauchen noch nicht wahrgenommen. Hinterher habe ich mich etwas geärgert, aber vielleicht bietet sich ja irgendwann noch einmal die Gelegenheit dazu.

Essen und Trinken

Da wir uns gedacht haben, dass wir eh viel unterwegs sein werden, hatten wir nur Übernachtung und Frühstück gebucht und als Zimmer ein "Studio" in dem Kühlschrank und Kochplatte vorhanden waren. Den Kühlschrank füllten wir die ersten Tage mit Waren aus dem Laden, direkt vor dem Hotel, der aber etwas teuer war. Später, als wir das Mietauto hatten, wurde der Supermarkt im Nachbarort geplündert, der viel preiswerter war. Auf unserer Kochplatte kochten wir ein paarmal Nudeln, meist ernährten wir uns aber von Melone.

Nun will man aber nicht nur Melone oder Nudeln essen. Also begaben wir uns ein paar mal zu Fuss in den nahen Ort (Paliouri), um dort eine Taverne aufzusuchen. Der Weg war etwas beschwerlich, lohnte sich aber jedes mal. Das Essen war hervorragend und die Bedienung freundlich. Wir waren natürlich jedes mal, wenn wir dort waren, im gleichen Restaurant. Die Leute dort kannten uns zum Schluss schon.

Aber wir waren natürlich auch nich immer im gleichen Restaurant. Als wir das Auto hatten, fuhren wir auch mal nach Therma oder in verschiedene andere Orte auf der anderen Seite der Halbinsel. einmal in der Woche haben wir auch im Hoteleigenen Restaurant gegessen. Auch nicht schlecht, aber nicht unbedingt billig.

Egal wann, egal wo, wir haben oft und gern "Frappè" getrunken. Die Griechen mixen das aus Wasser-Eis, Wasser, Kaffee-Sahne und löslichem Kaffee-Pulver. Etwas Zucker dazu und schon hat man ein ganz leckeres Getränk. Wir haben das inzwischen zu Hause etwas abgewandelt: einfach das lösliche Kaffee-Pulver (z.B. Nescafe Gold) in Milch einrühren, Zucker dazu, fertig. Am Besten vermischt man das mit einem "Latte-Quirl", also einem elektrischen Milchaufschäumer...

Neben Frappè gab es fast genau so oft Retsina. Dabei musste es kein besonderer, teurer sein, es reichte der billige Retsina Malamatina aus der 0.33l-Pfandflasche völlig aus. Zuerst wollte meine Frau nicht so recht an den geharzten Wein ran, ist der Geschmack doch etwas ungewohnt, doch gut gekühlt ist das einer der besten Durstlöscher (man sollte bei der Hitze nur nicht zuviel davon trinken).

Bekanntschaften

Wenn man in ein Hotel in den Urlaub fährt, bleibt es nicht aus, dass man mit anderen Leuten näher in Kontakt kommt. So lernten wir auch Martina und ihre Mutter kennen, zwei Wienerinnen, die sich auch mal Urlaub gönnten. Da die Frauen etwas Probleme mit der Sonne hatten, gingen sie immer Abends zum Strand, wenn es schon dämmerte. Angeregt durch ihre Erzählungen gingen wir dann immer mit, war der Strand doch Abends menschenleer. Als sie dann abgereist waren (sie hatten nur eine Woche Urlaub), gingen wir aus Tradition auch ab und zu noch Abends an den Strand.

Die zweite Woche liess sich nicht so recht Kontakt zu irgend jemandem herstellen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir in unserem neuen Zimmer fast nur von englisch sprechenden Menschen umgeben waren und die wenigen, die deutsch sprachen, waren nicht unsere Altersgruppe.

Die Touren

Was sich bei unserer Anreise als nachteilig heraus gestellt hatte, stellte sich jetzt als Vorteil heraus: Wir waren auf allen Touren, die mit einem Bus angefahren wurden, die Ersten, die im Bus sassen. Dadurch hatten wir immer gute Plätze. Auch bei der späteren Abreise war das ein nicht zu unterschätzender Vorteil...

Berg Athos

Unsere erste Tour war ein Schiffahrt zum Berg Athos und eine Fahrt entlang der Küste der Halbinsel Athos, um die dort befindlichen Klöster zu sehen. Wir fuhren also mit dem Bus nach, Ouranopoli

Petralona

"Markt" in Nea Moudania, die "vergessene" Reiseleitung, kalte Höhle

Meteora

Anstrengende, sehr lange Busfahrt

King of Chrousso

Die letzte Tour war etwas komplizierter. Nicht von Seiten der Veranstalter, sondern von unserer Seite aus. Am vorletzen Tag des Urlaubes lagen wir am Strand und freuten uns auf die Tour am nächsten Tag. Da sahen wir, wie das "Piratenschiff", mit dem wir die Fahrt machen sollten, ablegte. Ich überlegte noch einmal und kramte dann unseren Tour-Plan heraus. Fast dem Herzschlag erlegen sagte ich Ramona, dass der Tag am Strand vorbei wäre. "Unsere Tour ist heute und das, was da am Horizont verschwindet, war unser Schiff." Wir gingen, nein rannten fast, zurück zum Hotel, als wenn wir damit das Schiff zurück holen könnten. An der Rezetion rief ich die Reiseleiterin an. Die meinte, dass wir die Tour dann eben zwei Tage später machen sollten. Der Gutschein würde dann auf diese Tour umgeschrieben. Als wir sagten, dass wir da abreisen, bedauerte sie uns und meinte, sie kann nur versuchen, ob wir das Geld zurück bekommen, könne uns aber nichts versprechen. Nunja, insgesamt waren das ca. 50 DM, also nicht wenig.

Im Hotelprospekt hatten wir gesehen, dass am nächsten Tag die "King of Chrousso" die gleiche Tour durch die Bucht machen sollte. Da wir die Kreuzfahrt aber unbedingt machen wollten, buchten wir diese Tour. Wenn wir das Geld für die verpatzte Tour nicht zurück bekommen sollten, dann hätten wir halt Pech gehabt und Lehrgeld gezahlt. Aber die Reiseveranstalter waren gnädig mit uns und am Abend lag ein Kuvert an der Rezeption, mit dem zurückgezahlten Geld. Wir sollten nur den Gutschein für die Tour beim Büro am Flughafen abgeben. Vielen Dank an den Tourveranstalter "Plotin" für diese Kulanz! Den Gutschein haben wir natürlich abgegeben.

So kam es, dass wir am letzten Tag unseres Urlaubs auf der "King of Chrousso" verbrachten. Auch diesmal hatten wir den Vorteil, die Ersten auf dem Schiff zu sein, war doch der Hafen direkt neben unserem Strand. Wir suchten uns Plätze im Heck, unter einem Sonnensegel. Keine schlechte Idee, wie man später merken sollte, aber wir hatten ja schon Sonne-Schiff-Erfahrung duch die Athos-Fahrt. Zu uns gesellten sich drei nette, ältere Damen aus Österreich.

Das Schiff brachte uns zunächst nach Nea Marmaras, wo wir von Bord gehen und einen Stadtbummel machen konnten. In der Zeit wurde an Bord der "Mittagssnack" vorbereitet. Ich weiss nicht mehr genau, was es war, aber es war irgendwas mit Salat, Schafskäse, Brot und Tsaziki und es hat sehr gut geschmeckt. Als Alle wieder an Bord waren, legten wir ab und fuhren die Küste der Sithonia entlang zu einem Strand, an dem wir baden gehen konnten. Unterwegs gab es das Essen. In der Bucht mit dem Strand angekommen gingen wir vor Anker und die meisten sprangen vom Boot aus ins Wasser. Die Leiter war total überbevölkert, so dass man kaum eine andere Möglichkeit hatte, von Bord zu kommen. Bei der Abfahrt sahen wir in der Nachbarbucht am Strand ein Pärchen, das dort FKK machte und anscheinend auch anderwertig miteinander beschäftigt war...

Die Rückfahrt zum Hafen war schnell vorüber, musste das Schiff doch nur wieder quer durch die Bucht fahren. Während der ganzen Zeit brannte die Sonne auf das Deck, aber da wir ja unter dem Sonnensegel sassen, war das für uns kein Problem. Schlimmer erging es da den anderen Mitreisenden, welche neidisch auf unsere Schattenplätze schauten.

ÖPNV (öffentlicher Personen-Nahverkehr)

Da es in die Nachbarorte doch etwas weiter war und wir zeitweise kein Auto hatten, fuhren wir auch mal mit dem Bus. Die Busstation wird viermal am Tag angefahren und lag etwa 150m vom Hotel weg. Die Fahrt damit war recht preiswert. Man hätte sogar bis Thessaloniki fahren können, aber das war uns dann doch zu weit. Wir trauten uns nur bis Pefkochori. Dort gab es einen Supermarkt, wo wir vor der Rückfahrt noch einmal ordentlich einkauften, um unseren Kühlschrank zu füllen. Immerhin war das viel preiswerter, als der Einkauf im Laden am Hotel.

Pefkochori ist etwas überlaufen, aber das mag auch daran liegen, dass dort gleich drei grosse Hotels direkt am Strand sind (und noch mehr rechts und links der Hauptstrasse). Trotzdem gibt es auch dort ein paar Strassen und Gassen, auf denen man gemütlich entlangschlendern kann, ohne dass man anderen Leuten auf die Füsse tritt. Die erste Rückfahrt war etwas Abenteuerlich, weil nicht so recht zu erkennen war, von wo aus der Bus eigentlich abfährt. Wir haben dann einen Taxi-Fahrer gefragt, der uns dann weiter half, obwohl er uns wahrscheinlich lieber selbst zum Hotel gefahren hätte.

Autofahren auf griechisch

Am Vormittag des dritten Tages unseres Urlaubs bekamen wir unseren Mietwagen. Einen Fiat Seicento (oder gibt es noch etwas kleineres?). Das Ding war jedenfalls so klein, dass ich dort kaum vernünftig drin sitzen konnte. An jedem Berg musste man Angst haben, dass einem der Motor um die Ohren fliegt. Ich glaube, mein Trabbi war früher nur halb so laut und klapperig... Aber wir wollten ja nur die kleinste Autokategorie haben und lieber schlecht gefahren, als gut gelaufen. Wir hatten jetzt gute dri Tage Zeit, die Halbinsel zu erkunden. Am vierten Tag gegen Mittag mussten wir das Auto abgeben. Da wir mit dem Bus ja schon die Richtung Pefkochori erkundet hatten, fuhren wir einfach mal nach Paliouri und wieter, nach Therma. Dort gibt es einen schönen Aussichtspunkt in Richtung Westen, der für den Abend vorgemerkt wurde (Sonnenuntergang). Weiter ging es die Küste entlang nach Kalithea, ein wenig ins Zentrum der Insel, nach Fourka. Fourka ist ein sehr kleines und ruhiges Örtchen. Wir haben dort Mittag gegessen und weiter ging es nach Kassandra. Dort war gerade Wochenmarkt. Wir haben das Auto mit Melonen vollgeladen. Da wir mal Tsipouro kaufen wollten, den selbstgemachten Anis-Schnaps der griechischen Bauern, besuchten wir auch einen der entsprechenden Stände. Ramona musste verkosten (ich musste ja fahren) und war danach leicht angetrunken. Die Sonne tat Ihr übriges und sie wurde sehr müde. Also ging es erstmal zurück ins Hotel. Diesmal aber "vorne" herum, über Pefkochori. Vom Bus aus hatten wir ja schon das Chaos in dem Ort miterleben können, vom Auto aus, als selbst Beteiligter, war das ganz Anders. Die Hauptstrasse war total verstopft, Busse und LKW's standen dort herum und es ging nicht mehr vorwärts oder rückwärts. Trotzdem regte sich kaum jemand auf, alle blieben ruhig, ab und zu hupte mal jemand und irgendwann waren wir aus dem Gewühl heraus. Am Supermarkt machten wir noch mal kurz halt und bunkerten Vorräte für unseren Kühlschrank. Am Abend wollten wir zum Aussichtspunkt fahren, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Unterwegs machten wir noch einen kurzen abstecher zur Spitze der Insel, auf einem Weg, der kaum als Strasse bezeichnet werden konnte. An der Spitze stand eine kleine Kirche. Wir schautn uns ein wenig um, denn wir mussten wieder los, wollten ja schliesslich den Sonnenuntergang sehen. An dem Aussichtspunkt angekommen wurden wir etwas enttäuscht. Dummerweise war es an dem Abend gerade bewölkt, so dass die Sonne ganz schnell hinter Wolken verschwunden war...

Am nächsten Tag hatten wir die Tour nach Petralona. Am Abend fuhren wir zusammen mit Martina, unserer österreichischen Nachbarin, nach Therma, um dort etwas zu essen. Die beiden Frauen reisten am nächsten Tag ab und wir wollten uns zusammen noch einmal einen schönen Abend machen. Nach dem Essen ging es wieder auf den Aussichtspunkt. Leider hatten wir auch diesen Abend wieder das Problem mit den Wolken.

Am dritten Tag wollten wir uns das kleine Dorf Afitos anschauen, das uns von der Reiseleiterin ans Herz gelegt wurde. In Afitos hatte irgendwann einmal der Bürgermeister die Leute angewiesen, den Beton von den Wänden abzuschlagen, damit wieder der ursprüngliche stein zum Vorschein kommt. Das ist auch hervorragend gelungen, denn es sieht alles viel Schöner aus. Teilweise mit grünen Pflanzen bewachsen, einfach so, wie man sich alte griechische Häuser vorstellt. Das Dorf insgesamt war sehr sauber. Nun ist der Besuch eine kleines Fischerdorfes ja keine tagesfüllende Angelegenheit. Also fuhren wir wieder Richtung Hotel und wollten den "Schildkrötensee" besuchen, von dem in unserem Reiseführer die Rede war. Dorthin sollte es irgendwie in Pefkochori abgehen, nur haben wir den Abzweig wohl nicht gefunden. Dafür sahen wir einen Hinweis auf ein Kloster in der Nähe. Wenn wir schon mal in der Gegend waren, wollten wir uns das natürlich auch ansehen. Auf dem Berg angekommen erwartete uns ein schöner Blick auf die Bucht und ein kleiner abgegrenzter Bereich mit ein paar Häusern und einer kleinen Kapelle. Das Kloser. Am Eingang hng ein Schild, dass man "züchtige" Kleidung tragen solle, wenn man das Kloster besichtigen will. Leider hatten wir nur unsere kurzen Hosen und T-Shirts an, so dass wir aus Respekt auf eine Besichtigung verzichteten. Am Abend starteten wir einen letzten Versuch, den Sonnenuntergang zu sehen. Diesmal hatten wir etwas mehr Glück, zumindest was die Wolken betraf. Die Stimmung wurde sehr durch die drei anderen Autos getrübt, die diesmal auch am Aussichtspunkt standen und voller Albaner waren. Die rannten umher, brüllten herum, sprangen einem ohne Rücksicht zu nehmen, vor die Kamera, so dass es nicht einfach war, ordentliche Fotos zu machen... Wieder im Hotel unterhielten wir uns mit anderen Gästen über unsere Rundfahrten und erfuhren von denen, wo und wie wir den Schildkrötensee finden...

Da wir das Auto am vierten Tag Mittags abgeben mussten, hatten wir uns vorgenommen, am Vormittag noch einmal zu versuchen, den Schildkrötensee zu finden. Mit den Informationen der anderen Gäste ausgestattet gelang uns das auch auf Anhieb. Im Prinzip musste man nur den Anfang finden, denn ab da stehen kleine grüne Schildchen am Strassenrand mit der Aufschrift "Turtles". Der See selbst war zwar nicht sonderlich gross, aber voll mit kleinen Schildkröten. Aufgrund von Tipps hatten wir etwas Brot mitgebracht um die kleinen Tierchen anzufüttern, damit man sie in "Fotopose" bekommt. Ein Bauer hatte auf ein Feld nicht weit von dem See seine Bienenkörbe aufgestellt und die Bienen waren fleissig beim Wasserholen am See. Auch ein beeindruckendes Schauspiel. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Fotostopp. Danach wurde es langsam Zeit, das Auto auf den Parkplatz zu stellen und den Schlüssel abzugeben. Vorer wurde noch in Pefkochori vollgetankt...

Ein Traum in rosa

Fast hätte ich es vergessen: Wir haben doch tatsächlich zwischenzeitlich ein anderes Zimmer bekommen. Diesmal mit Balkon, etwas zentraler und im ersten Obergeschoss gelegen. Damit hatte der Albtraum mit den Spinnen ein Ende, dafür war es wegen der zentralen Lage etwas lauter. Aber das war nicht ganz so schlimm. Das neue Zimmer war etwas größer und viel heller, als das vorherige. Vielleicht lag das an dem plötzlich vorhanden drei Fenstern an den Seiten, durch die man auch viel besser lüften konnte, oder an den rosa gestrichenen Wänden. Wir fühlten uns plötzlich viel wohler und haben den Umzug nicht bereut.

Am Tage des Umzugs hatten wir gerade die Tour nach Petralona. An der Rezeption sagte man uns, wir sollen unsere Sachen zusammenpacken und einfach im alten Zimmer stehen lassen, die werden dann vom Personal ins neue Zimmer gebracht. Das klappte auch ganz gut, nur die Lebensmittel im alten Zimmer hatte man im Kühlschrank vergessen, obwohl ich deswegen extra noch einmal an der Rezeption war. Zum Glück war noch niemand in das alte Zimmer eingezogen, so dass ich den Kühlschrank noch leer räumen konnte.

Abreise

Wie uns unsere Reiseleitung drei Tage vor der Abreise mitgeteilt hatte, verschob sich unser Abflug von Früh 09.55 Uhr auf Abends 18.55 Uhr. Nunja, an sich nicht schlecht, zumal wir dadurch nicht schon um 4 Uhr aufstehen und uns in den Bus setzen mussten und so einen halben Tag mehr Zeit hatten.

Um 10.00 Uhr mussten wir trotzdem das Zimmer räumen. Unsere Sachen deponierten wir an der Rezeption, da wir erst 14.30 Uhr abgeholt werden sollten. Erst überlegten wir, dass wir ja an den Strand gehen könnten. Dafür war es aber schon zu spät und die Schattenplätze schon weg. Also entschieden wir uns für einen halben Tag am Pool. Dort waren schon die meisten Liegen von Handtüchern belegt, obwohl wie die einzigen Leute am Pool waren! Zum Glück fanden wir noch zwei nebeneinanderstehende Liegen. Den Sonnenschirm für den Schatten klauten wir bei zwei anderen Liegen, auf denen eh momentan keiner lag. Auf dem Schirm selbst hing ja kein Handtuch...

Am Pool wurde es langsam langweilig und ausserdem wurde es auch Zeit, sich für die Abreise bereit zu machen. Wir holten also unsere Tasche und setzten uns auf die Bank am Eingang der Hotelanlage. Noch ein Letztes Foto und dann kam auch schon der Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Auch diesmal waren wir wieder die Ersten im Bus und nahmen unsere Stammplätze ein. Ein wenig wehmütig liessen wir Chrousso Village hinter uns zurück, ging doch ein schöner Urlaub zuende, an den wir uns gern zurückerinnern werden. Auf Wiedersehen Chrousso Village, auf Wiedersehen kleine Taverne in Paliouri, vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder...

Das dicke Ende kommt zum Schluss...

...oder: Der lange Leidensweg des jungen H.

Als ob ich es geahnt hätte. Mit der nächsten Kreditkarten-Abrechnung im September flatterte eine "nette" Überraschung ins Haus: AVIS hatte 80.000 Drachmen (ca. 460 DM bzw. 230 EUR) von der Karte abgebucht und zusätzlich dazu noch die reguläre Miete für das Auto. Ich habe also erstmal die Kreditkartenfirma (Barclays) angerufen, um zu fragen, was das für ein Betrag sei. Mir wurde mitgeteilt, dass das ein Betrag sei, der durch Austauch von elektronischen Datenträgern gebucht wurde und dass ich mich an AVIS wenden sollte. Also rief ich AVIS Deutschland an, da fühlte man sich zunächst nicht zuständig. Also rief ich direkt bei der Vermietstation in Griechenland an. Dort sagte man mir, dass nur die Miete abgebucht worden wäre und schickte mir den passenden Beleg per Fax zu. Also wendete ich mich nochmals an Barclays und faxte denen alle Belege. Gleichzeitig wendete ich mich noch einmal an AVIS Deutschland und tat dort das Gleiche. Mir wurde Klärung des Problems zugesichert...

Als sich bis Anfang November nach unzählbaren Faxen und Anrufen noch immer nichts getan hatte, wollte ich einen Rechtsanwalt befragen. Da die Rechtsberatung über den ADAC kostenlos ist, konsultierte ich deren Vertragsanwalt. Da ich aber keine Rechtsschutzversicherung hatte, sagte der mir schlechte Aussichten voraus, meinte aber, ich solle noch einmal eine Frist setzen, bis zu der das geklärt sein sollte. Ich rief trotzdem nochmal bei Barclays an und dort tat man plötzlich überrascht "Was? Sie haben noch keine vorläufige Rückbuchung bekommen? Na das werde ich doch gleich mal veranlassen." Gesagt getan. Mit der Abrechnung im November war dann auch die Rückzahlung drauf.

Mit der Abrechnung vom Dezember war dann auch die Rückzahlung von AVIS auf dem Konto eingegangen. Anruf bei Barclays: "Ja, wir ziehen die vorläufige Rückzahlung wieder ein..."

Eigentlich sollte jetzt alles wieder in Ordnung sein, wenn da nicht die EURO-Umstellung wäre. Viele Banken stellten mit Beginn des Jahres 2001 ihre Computersysteme auf die interne Rechnung mit EURO um. So auch Barclays. Es gab anfänglich ein paar Probleme mit dem Computersystem, so dass bis Mai keine Kontoauszüge mehr kamen. Beim Sortieren des Stapels Auszüge, die dann plötzlich gesammelt eintrafen dachte ich, mich trifft der Schlag: Barclays hatte zwar den Vorschuss-Betrag zurückgezogen, aber das was mir in DM gezahlt wurde, ist in EUR abgezogen worden! Ein panischer Anruf bei der 24h-Hotline brachte für mich zwar wieder Arbeit (Auszüge faxen), aber auch Beruhigung: Ja, wir berichtigen das". Taten sie auch, denn mit der nächsten Abrechnung im Juni war der Betrag dann wieder gutgeschrieben.

Sorry, AVIS

Mein persönliches Fazit: Ich fand es zwar einen positiven Zug von AVIS Griechenland, mir eine Gutschrift von 50 EUR als Aufwandsentschädigung zukommen zu lassen und sicherlich ist auch Barclays nicht ganz unschuldig an der ganzen Misere, aber trotzdem werde ich wohl kein Auto mehr bei AVIS mieten. Tut mir Leid, Leute. Zweimal (*) habe ich bei Euch ein Auto gemietet, zweimal gab es Probleme. Das ist mehr als genug.

(*) Zweimal? Ja, zweimal. Ich hatte mir für meinen Umzug 1998 bei AVIS einen LKW gemietet, damals wurde die gesamte Miete doppelt abgezogen und auch erst nach mehrfachen Telefonaten zurückgezahlt...